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Reiseübelkeit: So können Sie Ihrem Kind helfen, wenn ihm bei Autofahrten übel wird

Uebelkeit-Kindersitz-Fahrtrichtung-Hilfe-TippsÜbelkeit im Kindersitz - eine Frage der Fahrtrichtung? 

Sicher haben Sie schon einmal das Argument gehört, dass Kinder nicht rückwärts fahren können, weil ihnen im Reboarder während der Fahrt immer schlecht wird. Aber hängt das wirklich zusammen? Ist die Fahrtrichtung Schuld an der sogenannten Reiseübelkeit?

Was versteht man unter Reiseübelkeit und wie entsteht sie?

Die Übelkeit entsteht durch einen Konflikt im Gehirn zwischen unterschiedlichen Sinneseindrücken. Die Augen und auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr signalisieren dem Gehirn, dass eine Fortbewegung stattfindet, der Körper an sich bewegt sich aber nicht im Raum, denn im Idealfall ist man angeschnallt und sitzt relativ still.

Diese nicht übereinstimmenden Informationen wertet das Gehirn als Gefahrensituation und reagiert unter anderem mit einer Aktivierung des Brechzentrums. Es handelt sich also bei der sogenannten „Reisekrankheit“ weniger um eine Krankheit als vielmehr um eine körperliche Reaktion auf ungewohnte und nicht zusammenpassende Reize.

Typische Frühsymptome für die Reiseübelkeit sind beispielsweise: Müdigkeit, zwanghaftes Gähnen, leichte Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Kinder werden oft auffallend ruhig, teilnahmslos und blass. Bemerkt man kalten Schweißausbruch, vermehrten Speichelfluss und ein flaues Gefühl im Magen sollte man schnell handeln, um das Erbrechen verhindern zu können.

Reiseübelkeit: Wen erwischt es am häufigsten?

Grundsätzlich kann die Reiseübelkeit jeden Menschen treffen, es ist jedoch nicht jeder gleich anfällig dafür. Circa 5-10% der Menschen werden regelmäßig reisekrank und etwa genauso viele Menschen sind absolut immun gegen diese Form der Übelkeit. Insgesamt scheinen Kinder zwischen dem zweiten und zwölften Lebensjahr am anfälligsten zu sein. Säuglinge sind davon nur sehr selten betroffen, da ihr Gleichgewichtsorgan noch nicht vollständig ausgereift ist und Sinneseindrücke dementsprechend noch anders verarbeitet werden.

Die gute Nachricht ist: Der Gleichgewichtssinn entwickelt sich erst im Vorschulalter vollständig. Ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem Kinder sicher und ohne Stützräder Fahrrad fahren können. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es also recht unwahrscheinlich, dass ein Kind an Reiseübelkeit erkrankt.

Ist die Fahrtrichtung schuld an der Übelkeit im Kindersitz?

Für den Fall, dass Ihrem Kind dennoch regelmäßig bei der Autofahrt im Reboarder übel wird, gibt es dafür jedoch eine recht einfache Erklärung: Kinder, die rückwärtsgerichtet fahren, haben ein sehr viel größeres Sichtfeld als Kinder, die vorwärtsgerichtet fahren und das führt zu einer optischen Reizüberflutung.

Setzen Sie sich einmal hinter den Fahrersitz, was sehen Sie? Richtig, die Kopfstütze des Fahrers und wenn Sie sich jetzt noch vorstellen, dass Sie in einem Kindersitz sitzen, der Ihnen seitlich auch noch einiges an Sicht nimmt, entstehen so nicht all zu viele optische Eindrücke. Drehen Sie sich nun einmal um und bewundern Sie den Ausblick, den Ihr Kind im Reboarder hat: Es kann seitlich aus den Fenstern sehen und auch der Blick aus der Heckscheibe ist weitestgehend frei. So viel zu dem Argument „Aber im Reboarder sieht das Kind doch gar nichts!“. 

Kindersitz zwei Fahrtrichtungen Cybex Sirona

Das bedeutet, dass die Fahrtrichtung an sich nicht zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Reiseübelkeit beiträgt, wohl aber die bessere Aussicht.

"Meinem Kind wird in der Babyschale/im Reboarder schlecht: Soll ich einen vorwärtsgerichteten Sitz kaufen?"

Wie Sie bereits lesen konnten, führt die Fahrtrichtung an sich nicht zu einer höheren Wahrscheinlichkeit dafür, dass Ihr Kind an Reiseübelkeit leidet. Sollte Ihrem Kind während des Autofahrens dennoch übel werden, haben wir nachfolgend einige Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie Abhilfe schaffen und gleichzeitig nicht auf die Vorzüge in Sachen Sicherheit für Ihr Kind verzichten müssen.

So können Sie Ihrem Kind helfen, wenn ihm beim Autofahren / im Kindersitz übel wird

Übelkeit Tipps Baby schläft in der Babyschale 1. Seitenfenster abhängen

Ein ganz einfacher Trick, um die Aussicht und somit die mögliche optische Reizüberflutung ein wenig einzugrenzen ist folgender: Hängen Sie die Seitenfenster Ihres Autos (vorrübergehend) ab, hierzu können Sie handelsübliche Spucktücher benutzen. So wird die Aussicht ein wenig begrenzt, Ihr Kind kann zwar durch die Heckscheibe natürlich noch genügend sehen, die Augen und somit das Gehirn sind aber nicht mehr permanent damit beschäftigt die optischen Reize, die man bei einem Blick aus dem Seitenfenster aufnimmt mit denen zu vergleichen, die bei dem Blick aus der Heckscheibe entstehen.

2. Frische Luft

Vielleicht kennen Sie das Phänomen sogar selber: bei Übelkeit hilft es manchmal kurzzeitig ein Fenster zu öffnen und tief durchzuatmen. Achten Sie darauf, dass es im Auto nicht zu warm ist und eine Frischluftzufuhr gewährleistet ist.

3. Augen schließen

Im Schlaf ruht das Gleichgewichtsorgan, so kommt es gar nicht erst zu den unterschiedlichen Sinneseindrücken. Aus diesem Grund ist es günstig, längere Strecken wie beispielsweise Urlaubsreisen, nachts zu fahren. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, könnte man Autofahrten auch auf die Mittagsschlafzeit verlegen. Es kommt auf einen Versuch an.

4. Die Übelkeit nicht unnötig thematisieren

Vielen Betroffenen wird schon beim Reden darüber übel, daher sprechen Sie das Thema am besten nicht an. Haben Sie so etwas vielleicht schon einmal selber erlebt? Man sagt zu seinem Kind „Fall nicht!“ und es fällt genau deswegen. Was wird dann wohl bei Aussagen wie „Nicht, dass dir gleich wieder schlecht wird!“ passieren? Genau, diese können zu einer sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiung führen, also sprechen Sie das Thema Übelkeit und Erbrechen besser gar nicht erst an.

5. Das richtige Essen

Ein leerer Magen schützt nicht vor der Übelkeit, ebenso wenig wie ein überfüllter Magen. Verweigern Sie Ihrem Kind also bitte nicht vor der Fahrt etwas zu essen, achten Sie nur darauf, dass es sich wenn um leicht verdauliche Speisen handelt. Vermeiden Sie außerdem nach Möglichkeit Milchprodukte kurz vor oder während der Fahrt, denn vielen Kindern wird dann noch schneller noch schlechter. 

6. Sitzposition überprüfen

Prüfen Sie, ob Ihr Kind richtig in der Babyschale liegt bzw. im Kindersitz sitzt. Achten Sie hierbei bitte darauf, dass Po und Rücken an der Babyschale / dem Kindersitz anliegen. 
Ist dies der Fall, kann es hilfreich sein, eine andere Sitz- bzw. Liegeposition auszuprobieren. Bei Übelkeit ist eine möglichst aufrechte Haltung oft angenehmer. 
Überprüfen Sie außerdem den Sitz des Gurtschlosses: drückt es eventuell auf die Bauchgegend? 
Es kann auch sinnvoll sein zu prüfen, ob es hilft den Sitzverkleinerer bzw. Teile davon entweder aus dem Sitz herauszunehmen oder wieder in den Sitz hineinzulegen. Achten Sie hierbei bitte darauf, ob dies bei Ihrem Sitz erlaubt und möglich ist.

7. Beobachten Sie Ihr Kind und reagieren Sie schnell

Beobachten Sie Ihr Kind, hierzu sind sogenannte Rücksitzspiegel sehr hilfreich. Gähnt Ihr Kind immer weiter, obwohl eigentlich keine Schlafenszeit ist und die Nacht auch ganz gut war? Ist es besonders still oder wirkt blass? Machen Sie eine Pause, gehen Sie an die frische Luft und wenn es Ihrem Kind besser geht, setzen Sie die Fahrt fort.

8. Fachhändler um Rat bitten

Sie haben alles Mögliche ausprobiert und keiner der genannten Tipps hilft? Verzweifeln Sie bitte nicht, sondern wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Fachhändler. Dieser kann ebenfalls noch einmal einen Blick auf alle Einstellungen werfen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. So gibt es beispielsweise Fälle, in denen ein anderer Kindersitz Abhilfe schaffen kann. Mithilfe Ihres Fachhändlers können Sie das ganz bequem herausfinden.

Mehr Informationen zum Thema Reiseübelkeit (Kinetose) und zur Entwicklung des Gleichgewichtssinns finden Sie hier:

 

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