Kindersitztest 2018: Das sind die Ergebnisse von Stiftung Warentest und ADAC

ADAC Kindersitztest 2018

Inhaltsverzeichnis zum Kindersitztest 2018

Mit Klick auf die Links gelangen Sie direkt zu den Ergebnissen, für die Sie sich interessieren:

1. ADAC Kindersitztest 2018

    1.1 Ergebnisse der Babyschalen
    1.2 Ergebnisse der Reboarder
    1.3 Ergebnisse der Kindersitze in Gruppe 2/3

2. Unser Fazit zum ADAC Kindersitztest 2018

Kindersitztest ADAC ÖAMTC Herbsttest Kindersitze
ADAC Kindersitztest 2018, Bildquelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik

ADAC-Kindersitztest 2018 (Herbst)

23. Oktober: Im aktuellen Kindersitztest Herbst 2018 prüften Stiftung Warentest und der ADAC wieder viele verschiedene Kindersitzmodelle. Die folgenden Babyschalen, Reboarder und Kindersitze wurden unter die Lupe genommen:

  • Babyschalen: Britax-Römer Baby-Safe² i-Size (mit Flex Base und i-Size Base), Hauck Comfort Fix (mit und ohne Isofixbasisstation), Jané Koos i-Size (mit und ohne iPlatform) Joie i-Level und Maxi-Cosi Cabriofix (mit und ohne FamilyFix-Basisstation)
  • Reboarder: Britax Römer Dualfix M i-Size, Britax Römer Swingfix M i-Size, Chicco Around U i-Size, nachfolger HY5, Osann Fox
  • Gruppenübergreifende Kindersitze und Folgesitze der Gruppe 2/3: Cybex Pallas S-Fix, Cybex Solution S-Fix, Nania I-Max SP Isofix (baugleich mit Osann I-Max SP Isofix)

Lassen wir zunächst die beteiligten Institute zu Wort kommen: Sie finden hier die Statements des ÖAMTC und des ADAC sowie die Zusammenfassung des Kindersitztests 2018 durch Stiftung Warentest: 

Statement des ÖAMTC zum Kindersitztest 2018

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Video des ADAC zum Kindersitztest 2018

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Das sagt Stiftung Warentest zum Kindersitztest 2018

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Babyschalen im Kindersitztest 2018

Vier verschiedene Babyschalen prüfte der ADAC im Herbsttest, diese jeweils in der Variante mit Gurtbefestigung und zum Vergleich auch gemeinsam mit der bzw. den zugehörigen Basisstation(en).

Zur Kindersitzauswahl:
Mit dem Britax Römer Baby-Safe i-Size² hatte das Testinstitut eine neue Babyschale mit moderner Sicherheitstechnik im Test, mit der Cabriofix von Maxi-Cosi eine Babyschale, die schon viele Jahre lang unverändert produziert wird. Mit der Joie i-Level war zudem eine Schale mit flacher Liegeposition unter den Testkandidaten. 

Babyschalen im Kindersitztest 2018
© Quelle: ÖAMTC (Kindersitztest Herbst 2018)

Britax Römer Baby-Safe² i-Size mit i-Size Base und Flex-Base

Den Baby-Safe² i-Size hatte der ADAC schon im Kindersitztest im Frühjahr auf der Teststrecke. Im Herbsttest folgten nun die Prüfungen der Schale mit den beiden Isofix-Basisstationen. 

Baby-Safe² i-Size gegurtet, mit i-Size Flex Base und i-Size Base im Vergleich: 

TestjahrBabyschalemit Basisstationfrontalseitlich
2018Britax Römer Baby-Safe² i-SizeFlex Base1,11,7
2018Britax Römer Baby-Safe² i-Sizegegurtet1,41,4
2018Britax Römer Baby-Safe² i-Sizei-Size Base0,91,7

Babyschalen im Kindersitztest 2018

Baby-Safe i-Size² von Britax-Römer

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, bekamen alle Kombinationen überdurchschnittlich gute Bewertungen im Test. Dass die Baby-Safe² i-Size bei der Gurtbefestigung im Seitencrashtest etwas besser war als die Schale mit den Basisstationen, lässt sich dadurch erklären, dass eine Basisstation, die an den Isofixhaken befestigt ist, bei einem Seitenaufprall schlechter ausweichen kann als eine gegurtete Babyschale. Die Isofix-Verbindung ist starr, beim Seitencrash ist eine Gurtbefestigung der Isofixverankerung deshalb häufig überlegen. 

Im Frontalaufpralltest schneiden die beiden Kombinationen mit den Isofixbasisstationen wiederum ein wenig besser ab als die Baby-Safe² i-Size, die nur mit dem Sicherheitsgurt befestigt wurde. 

Gurt oder Isofix? Mit oder ohne Basisstation? Was ist sicherer? 

Die Frage, ob die Befestigung mit dem Gurt oder mit Isofix sicherer ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Im Crashtest hat sich gezeigt, dass grundsätzlich beides sicher sein kann und sich keine allgemeine Aussage darüber treffen lässt, ob der Einbau mit Isofix oder die Installation mit dem Sicherheitsgurt sicherer ist. 

Der große Vorteil am Isofixsystem ist allerdings, dass es bedienerfreundlicher ist und weniger Fehler beim Einbau gemacht werden. 

Sie sehen den tatsächlich gravierenden Unterschied in der Fehlbedienungshäufigkeit zwischen Isofix und Gurtbefestigung in dieser Grafik aus einer Präsentation der Misusestudie der Unfallforschung der Versicherer: 

Misuse bei Babyschalen und Gruppe 1 Kindersitzen
© Unfallforschung der Versicherer, Studie zur Verwendung von Kinderschutzsystemen, Oktober 2018

Das bedeutet: Eltern machen signifikant weniger Fehler beim Einbau der Babyschale, wenn diese mit Isofix befestigt wird. 

Angst müssen Sie vor der Befestigung der Babyschale mit dem Autogurt trotzdem nicht haben, wenn Sie einige wichtige Punkte beachten: 

  • Lassen Sie sich zum Kauf der Babyschale bei einem Kindersitzfachhändler beraten. Dieser erklärt Ihnen auch den Einbau der Babyschale und was Sie bei der Handhabung beachten müssen. 
  • Lesen Sie die Anleitung zu Ihrem Kindersitz immer sorgfältig und sehen Sie sich gegebenenfalls auch Einbauvideos zu Ihrer Babyschale an.
  • Ziehen Sie sowohl die Gurte an der Babyschale als auch die am Kind immer ordentlich straff. 

Joie i-Level im Kindersitztest 2018

Babyliegeschale von Joie Kindersitztest
Babyschale i-Level von Joiebaby

Die i-Level von Joie ist eine i-Size-Babyschale für Kinder von 40 bis 85 cm mit maximal 13 Kilogramm Körpergewicht. Das besondere an dieser Schale ist die sehr flache Liegeposition.

Ein zu starker Liegewinkel wirkt sich im Test und auch im realen Unfallgeschehen oft nachteilig auf die Sicherheit aus, weswegen wir unseren Kunden meist empfehlen, die Sitzposition im Kindersitz so aufrecht wie möglich und nur so liegend wie nötig zu stellen. Das heißt: Natürlich sollten die Allerkleinsten am besten flach in der Babyschale liegen, je größer die Kinder werden, desto aufrechter darf allerdings auch die Rückenlehne des Sitzes eingestellt werden.  

Zurück zur i-Level: Die Babyschale bekam im Frontalcrashtest eine 2,1, im Seitencrashszenario schnitt die i-Level mit einer 1,6 ab.

Tatsächlich ist es so, dass die gemessene Nackenbelastung beim liegenden Q1,5-Dummy mit 1400 N im Frontalaufpralltest für eine Babyschale vergleichsweise hoch war. In der aufrechten Position dagegen blieben die Werte unter 1000 N.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, die i-Level vorrangig in einer aufrechten Position zu benutzen, da dies die Sicherheit Ihres Babys erhöht. Hier müssen Sie allerdings für sich abwägen: Benötigt Ihr Kind zum Beispiel, weil es zu früh geboren ist, eine besonders flache Position? Hat Ihr Baby Probleme mit der Sauerstoffsättigung und Sie möchten Ihr Kleines deshalb besser liegend transportieren? Diese Entscheidungen können wir Ihnen natürlich nicht abnehmen.

Die Joie i-Level sollten Sie allerdings immer im Fachhandel – am besten gemeinsam mit Ihrem Baby – testen, denn sie benötigt relativ viel Platz im Auto. Dafür bietet sie Ihrem Kind viel Raum zum Wachsen und ein gutes Platzangebot.

Hauck Comfort Fix mit und ohne Isofix-Basisstation 

Die Babyschale von Hauck ist in der Klasse ECE R 44/04 für Babys bis maximal 13 Kilogramm zugelassen. Beim Frontalaufpralltest erreichte die Comfort Fix gegurtet und auch mit Basisstation jeweils eine 1,8. Auch im Seitencrashtest war die Schale mit Noten von 1,9 (mit Isofixbase) bzw. gegurtet 2,0 gut.

Der ÖAMTC bemängelt allerdings eine leicht erhöhte Fehlbedienungsgefahr beim Einbau der Babyschale ohne Base.

Maxi-Cosi Cabriofix mit und ohne FamilyFix Basisstation

Ein Klassiker unter den Babyschalen: Der Maxi-Cosi Cabriofix
Maxi-Cosi Cabriofix

Die Babyschale Cabriofix von Maxi-Cosi ist ein Klassiker. Dieser Kindersitz wird seit vielen Jahren in unveränderter Form hergestellt und wurde im Jahr 2007 schon einmal mit der Easyfix-Base und im Jahr 2010 gemeinsam mit der Familyfix-Basisstation getestet. Beide Male erreichte die Babyschale sehr gute bzw. gute Ergebnisse im Bereich Sicherheit.

Die Cabriofix wurde 2018 noch einmal in den Kindersitztest genommen, um herauszufinden, ob die Babyschale aktuellen Sicherheitsstandards genügt. Hintergrund dazu ist unter anderem, dass die Testmethodik des Kindersitztests 2007, 2011 und 2015 verändert wurde, so dass die alten Ergebnisse mit denen neuerer Babyschalen nicht vergleichbar sind.

Im Frontalcrash erreichte die Maxi-Cosi Cabriofix sowohl mit als auch ohne Basisstation sehr gute Werte und bekam gegurtet eine glatte 1,0. Gemeinsam mit der Familyfix-Base fällt das Ergebnis mit einer Note von 1,3 nur Nuancen schlechter aus.

Im Seitencrash hatte es die Cabriofix dafür weitaus schwieriger: Mit einer Note von 2,8 gegurtet bzw. 3,6 mit Familyfix-Base erreichte sie gegenüber anderen Babyschalen unterdurchschnittliche Werte im Bereich der Unfallsicherheit. Insbesondere bei der Nutzung mit der Base besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei einem Seitenaufprall. 

Wir raten Ihnen deshalb, beim Kauf der Babyschale auf eine Babyschale mit besserem Seitenschutz zurückzugreifen.

Babyschale Jané Koos i-Size

Jané Koos i-Size (mit und ohne i-Platform)

Die Babyschale Koos i-Size von Jané ist für Kinder zwischen 40 und 83 cm zugelassen. Leider bestand die Koos i-Size die Schadstoffprüfung nicht.

Stiftung Warentest fand Naphtalin – laut ADAC-Presse im Bezugstoff. Stiftung Warentest dagegen zitiert im Heft Test 11/2018 den Hersteller, der anbietet, die Gurtpolster der Schale auszutauschen, da die Analysen in seinen eigenen Laboren gezeigt hätten, dass „die Gurtpolster einer bestimmten Charge von Sitzen Spuren von Naphtalin enthalten“. Jané wendet sich diesbezüglich selbst an die Käufer der Babyschale und bietet einen Austausch der Polster an.

Schade für die Koos i-Size, denn diese Babyschale erreichte sowohl mit als auch ohne Isofix-Basisstation jeweils gute Werte in der Unfallsicherheit

Im Frontalcrash schnitt die Jané Koos i-Size gegurtet mit einer sehr guten Note von 0,8 (!) ab, im Seitencrash mit einer guten 1,6. Gemeinsam mit der Isofixbasisstation iPlatform bekam die Koos i-Size in der Sicherheit insgesamt eine Note von 1,8 (1,2 frontal, 2,3 beim Seitenaufpralltest). 

Welche Babyschale ist denn jetzt die sicherste auf dem Markt? 

Sie haben nun einiges über Babyschalen im Kindersitztest gelesen, können sich aber nicht entschieden, welchen Sitz Sie für Ihr Baby kaufen sollen?

In unserer Babyschalenübersicht können Sie nicht nur die Frontal- und Seitencrashergebnisse interessanter Schalen aus den Jahren 2015 bis 2018 auf einen Blick vergleichen, sondern finden auch Hilfestellung zum Kauf einer Babyschale: 

>> Babyschalenvergleich <<

Reboarder im Kindersitztest 2018

Rückwärtsgerichte Kindersitze von Chicco, nachfolger, Britax Römer und Osann im Kindersitztest

In den letzten Jahren entscheiden sich glücklicherweise immer mehr Eltern für Reboarder. Dies hat auch der ADAC erkannt und prüft deshalb mehr und mehr rückwärtsgerichtete Kindersitze. Insgesamt 5 Kindersitze, die bis 105 cm bzw. 18 kg rückwärtsgerichtet in das Auto eingebaut werden können, wurden im Herbsttest unter die Lupe genommen:

© Quelle: ÖAMTC (Kindersitztest Herbst 2018)

Im Kindersitztest 2018 waren drei Rückwärtssitze mit Vorwärtsfunktion unter den Testkandidaten, der Chicco Around U i-Size, der Osann Fox und der Britax Römer Dualfix M i-Size. Außerdem prüften die Tester den Swingfix M i-Size und den aufblasbaren Reboardkindersitz von nachfolger, den HY5 TT. Swingfix und HY5 können bis zum Ende der Nutzungszeit ausnahmslos rückwärtsgerichtet in das Auto eingebaut werden.

Chicco Around U 

Der Chicco Around U i-Size ist ein Kindersitz für Kinder zwischen 40 und 105 cm. Er kann bis zum Ende der Nutzungsdauer rückwärts oder ab 76 cm Körpergröße auch in Fahrtrichtung benutzt werden. Der i-Size-Kindersitz  schnitt sowohl in der Sicherheit als auch in der Endnote mit „befriedigend“ ab. Im Frontalcrash konnte er mit einer 3,8 wenig überzeugen.

Osann Fox

Mit einer 3,8 im Seitenaufprall und einer 2,9 beim Frontalaufpralltest konnte auch der Osann Fox nicht punkten. 

Zudem war der Bezug des Kindersitzes sehr stark mit dem Flammschutzmittel TDCP belastet. Dieses steht im Verdacht, krebserregend zu sein, und hat deshalb in Kindersitzbezügen nichts zu suchen.

Osann geht von einer Kontaminierung außerhalb seiner Produktionsstätten aus und bietet seinen Kunden an, den blauen Sitzbezug mit Sternchenmuster kostenfrei zu tauschen. 

Wenn Sie diesen Sitz zuhause haben, können Sie sich an info@osann.de wenden und erhalten kostenlos einen Austauschbezug für Ihren Sitz. 

Stiftung Warentest rät ausdrücklich vom Osann Fox ab, da die Kinder beim Seitenaufprall nur „ausreichend“ geschützt werden. 

Reboardkindersitz von Osann, Flammschutzmittel
Osann Fox

Britax Römer Dualfix M i-Size und Swingfix M i-Size

Auch im Test dabei: Zwei i-Size-Kindersitze von Britax Römer, der Swingfix M i-Size und der Dualfix M i-Size. Diese Sitze sind fast baugleich, sie unterscheiden sich lediglich darin, dass der Swingfix nur rückwärts in das Auto eingebaut werden kann während Sie den Dualfix auch in Fahrtrichtung drehen können. 

Baugleich: Britax Römer Swingfix und Dualfix
Geschwister: Britax Römer Dualfix und Swingfix M i-Size

Die Testwerte dieser beiden Kindersitze sind keine große Überraschung, denn die Versionen ohne „M“ wurden jeweils bereits im Kindersitztest im Mai 2018 gecrasht und bekamen dort gute (Dualfix i-Size) bzw. sehr gute (Swingfix i-Size) Sicherheitsergebnisse

Wesentlicher Unterschied zwischen den Kindersitzen mit dem Zusatz i-Size bzw M i-Size: Die Nutzungsdauer. Die M-Modelle können erst ab 61 cm, Dualfix i-Size und Swingfix i-Size bereits ab 40 cm Körpergröße, also theoretisch von Geburt an, genutzt werden. 

Der spätere Einstieg in den Sitz bringt Vorteile bei der Fehlbedienungsgefahr: Diese schätzt der ÖAMTC bei den M-Modellen geringer ein, da die Eltern vor dem Umstieg auf den Dualfix bzw. Swingfix M i-Size eine Babyschale nutzen müssen und das Kind so nicht schon ab Geburt (entgegen jeder Zulassung und Empfehlung) in Fahrtrichtung transportieren können.

Rückwärts oder vorwärts? Die Testergebnisse von Dualfix und Swingfix zeigen es deutlich!

Sie überlegen, Ihr Kind nach der Babyschale möglichst lange rückwärts zu transportieren und sind noch nicht ganz überzeugt? Sehen Sie sich die Testergebnisse der nahezu baugleichen Kindersitze Dualfix M i-Size und Swingfix M i-Size an. 

Der Swingfix kann bis zu einer Größe von 105 cm nur rückwärts genutzt werden, während der Dualfix auch eine Vorwärtsfahrfunktion hat. Im Frontalaufpralltest erhält der Swingfix eine glatte 1,0. Der Dualfix M i-Size erreicht aufgrund des Einbaus in Fahrtrichtung lediglich eine 2,1. 

Wir empfehlen Ihnen deshalb – ebenso wie der Hersteller Britax Römer –  auch den Dualfix am besten bis 105 cm rückwärtsgerichtet zu verwenden. 

nachfolger HY5 TT

nachfolger HY5 TT – unser Sorgenkind im aktuellen Kindersitztest

Neben den i-Size-Reboardern prüfte der ADAC in diesem Test auch einen aufblasbaren Kindersitz, den HY5 TT der Marke nachfolger.

Dieser innovative Sitz für Kinder zwischen 0 und 18 Kilogramm kam letztes Jahr auf den Markt und wurde für Eltern entwickelt, die zum Beispiel kein eigenes Auto besitzen und regelmäßig mit unterschiedlichen Fahrzeugen (Carsharing), in Bus und Bahn, mit dem Taxi oder im Flugzeug unterwegs sind. Deshalb ist der aufblasbare HY5 mit seinen gerade einmal 5 Kilogramm Gewicht besonders leicht und unaufgepumpt auch sehr handlich – perfekt zum Mitnehmen. 

Einbau des nachfolger HY5 TT

Der HY5 TT kann nur rückwärtsgerichtet in das Auto eingebaut werden.

Dabei befestigen Sie ihn auf der Rückbank mit dem 3-Punkt-Sicherheitsgurt des Autos und sichern ihn zusätzlich mit einem Toptether-Gurt, der sich an der Oberseite des Sitzes befindet, gegen eine zu große Vorverlagerung in Richtung Vordersitz bzw. ein zu starkes Abtauchen nach unten.

Alternativ kann der Sitz auch auf dem Beifahrersitz (Airbag aus!) eingebaut werden. Dort benötigt er den Toptethergurt nicht, da das Armaturenbrett starr ist und sich im Gegensatz zu einem Fahrzeugsitz bei einem Crash kaum bewegt.

Der nachfolger HY5 im Kindersitztest 2018

Der ÖAMTC kündigte bereits vor der Veröffentlichung des Kindersitztests an, dass der HY5 im Test sein würde und wir waren sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Gerd Mitter, einer der Gründer und Geschäftsführer bei nachfolger, ist kein Unbekannter in der Kindersitzbranche. Er hat viele Jahre lang für etablierte Kindersitzmarken gearbeitet und dabei auch etliche Testsieger bei Stiftung Warentest mitverantwortet. Soll heißen: Gerd weiß, was er tut. Gemeinsam mit Rainald Keller, der über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Design und Innovation hat, entwickelte er den HY5 TT, um die Kindersitzbranche zu revolutionieren. Kein Wunder also, dass wir und sicherlich auch die nachfolger hervorragende Testergebnisse für den HY5 erwarteten. Doch es kam anders.

Der HY5 scheitert an der Schadstoffprüfung

© ADAC // Kindersitztest 2018

Der erste Blick auf das Testergebnis verrät es bereits: Der nachfolger HY5 hat den Kindersitztest 2018 nicht bestanden. Stiftung Warentest fand erhöhte Naphtalin-Werte. 

Das Bundesamt für Risikobewertung hält Naphtalin für potentiell krebserregend, es ist als Kanzerogen der Kategorie 2 („kann vermutlich Krebs erzeugen“) eingestuft. Laut nachfolger liegt der gefundene Naphtalin-Wert bei 1,4 ppm. Damit liegt dieser Wert um 0,4 ppm höher als der Grenzwert von Stiftung Warentest, die die Grenze bei 1,0 ppm zieht. Allerdings ist der Wert zeitgleich auch 0,6 ppm niedriger als der, den die strengste ÖKO TEX 100-Kategorie für Babytextilien fordert. 

Naphtalin kann sich zudem in gewissem Maß in der Luft verflüchtigen. Mehr dazu können Sie auch hier nachlesen: Cybex zu den Schadstoffen in der Babyschale Aton 4

Dazu kommt: nachfolger prüft alle Stoffe in der Produktion und im Lager in Deutschland regelmäßig und hat bis jetzt keine Schadstoffe über den Grenzen von Stiftung Warentest gefunden. Der Hersteller geht deshalb von einer Querkontamination außerhalb seiner Produktion und außerhalb des eigenen Lagers aus. 

Nachfolger wird den Schadstofffunden gemeinsam mit Stiftung Warentest auf den Grund gehen und bittet alle Eltern, die den Sitz bereits gekauft haben, den Bezug (vor Gebrauch) zu waschen. 

Offizielles Statement von nachfolger zu den Schadstoffen: 

„Wir prüfen die Stoffe in der Produktion und in unserem Lager in Deutschland mit unterschiedlichen anerkannten Labors und haben bis jetzt keine Schadstoffe über den Grenzwerten der STIWA gefunden. Deswegen gehen wir von einer sogenannten Querkontamination aus, d.h. im Anschluss der Auslieferung an Händler und Onlineshops muss es zur Verunreinigung gekommen sein. Wir werden gemeinsam mit der STIWA die Ergebnisse und die genommenen Proben analysieren und unsere Auslieferungskette genau unter die Lupe nehmen um den Sachverhalt aufzuklären. 

Aber wichtig ist auch: Der gefundene Wert in der Höhe von 1,4 ppm liegt nach wir vor noch deutlich unter 2,0 ppm, der strengsten Kategorie von ÖKO TEX 100 Anhang 6+7, somit deutlich unter den Grenzwerten von Textilien für Babys! Eltern, die bereits einen Sitz erworben haben, können den Bezug wie in der Anleitung beschrieben vor Gebrauch waschen und somit unbesorgt sein, da dann in jedem Fall auch die Grenzwerte der STIWA unterschritten werden.“

Quelle: Fanpage nachfolger.com vom 23.10.2018

Wir werden selbst auch noch einmal mit Stiftung Warentest über das Ergebnis und auch darüber, wo genau diese Schadstoffe gefunden wurden, sprechen und danach eine Stellungnahme ergänzen. 

Die Sicherheitsergebnisse des nachfolger HY5 

nachfolger HY5 TT auf der Rückbank

Die Schadstoffe sind die eine Seite, das Testergebnis in der Unfallsicherheit die andere. In der Sicherheit erhielt der nachfolger HY5 insgesamt eine 2,8. Den Seitenaufpralltest bestand der HY5 mit einer 1,7, Ihr Kind wird bei einem Seitencrash gut von diesem Kindersitz geschützt. 

Erstaunlich für einen Reboarder: Den Frontalaufpralltest besteht der HY5 TT lediglich mit einer 3,3. Diese Teilnote ist für einen reinen Reboardkindersitz ungewöhnlich schlecht, weswegen wir Herrn Ratzek, den Leiter des ADAC-Kindersitztests, dazu befragt haben. 

Das sagt der ADAC: 

Der Testleiter erklärte uns, dass der HY5 im Frontalcrash an sich gute Werte bekam, der ADAC die Sicherheitswertung aber um eine Notenstufe nach unten anpassen musste, weil der Kopf des Q3-Dummies durch seine recht hohe Vorverlagerung beim Crash mit dem metallenen Toptetherbügel, der sich an der Rückenlehne des HY5 befindet, in Kontakt kommt. Er empfehle deshalb einen möglichst großen Abstand zwischen dem Kopf des Kindes und dem Toptetherbügel. Optimalerweise sollten Eltern den HY5 TT auf dem Beifahrersitz (Airbag aus!) nutzen, wo der Toptethergurt nicht benötigt wird. 

Unsere Nachfrage bei nachfolger

Wir haben natürlich auch den Hersteller zu den Testwerten und der Abwertung befragt. Gerd Mitter hat sich uns gegenüber und auch auf Facebook zum Crashszenario aus seiner Sicht geäußert und auch seine eigenen Erkenntnisse aus diversen Vortests des HY5 geschildert. Kurz erklärt, interpretieren das Testinstitut und der Hersteller einen Druckwert im Nacken des Dummies unterschiedlich.

Trotzdem nimmt nachfolger das Testergebnis und auch die Schadstoffproblematik natürlich sehr ernst und kündigte auch uns gegenüber Optimierungen des HY5 TT an.  

Unsere Empfehlung: 

Wir haben mit Herrn Ratzek vom ADAC und auch mit Gerd Mitter von nachfolger jeweils längere Gespräche geführt. Trotzdem trauen wir uns an dieser Stelle keine eigene Bewertung zu. Wir möchten Ihnen deshalb raten, den HY5 grundsätzlich auf dem Beifahrersitz zu installieren. Dort wird der Kindersitz ohne Toptethergurt installiert, so dass kein Kontakt zwischen dem Kopf des Kindes und dem Gurt oder Bügel stattfinden kann. 

"Natürlich nehmen wir die Ergebnisse sehr ernst und werden weiterhin an Optimierungen arbeiten, um bei den nächsten Tests erneut dabei zu sein."
Logo Kindersitzhersteller HY5
Gerd Mitter
Gründer und Geschäftsführer von nachfolger

Gruppe 2/3-Folgesitze im Kindersitztest 2018

© Quelle: ÖAMTC (Kindersitztest Herbst 2018)

Neben den Babyschalen und den Kindersitzen für Kinder bis ca. 4 Jahre überprüfte der ADAC auch wieder einige Folgesitze, die bis zum Ende der Kindersitzzeit verwendet werden können. 

Da wir das rückwärtsgerichtete Fahren bis mindestens zum 4. Geburtstag empfehlen, enthielt der Kindersitztest im Herbst 2018 nur einen für uns interessanten Kindersitz, den Cybex Solution S-Fix

Cybex Solution S-Fix im Kindersitztest

Dieser Kindersitz der Gruppe 2/3 kann im Anschluss an den Reboarder verwendet werden, wenn Ihr Kind mindestens 15 kg wiegt und verständig genug ist, sich nicht aus dem Gurt zu winden, denn in diesem Folgesitz wird der kleine Passagier nur noch mit dem Erwachsenen-Autogurt angeschnallt. Wir empfehlen, den Kindersitz frühestens ab dem 4. Geburtstag zu benutzen.  

Mit einer 2,1 im Frontalaufpralltest und einer 1,3 im Seitencrashtest erreichte der Solution S-Fix für einen Folgesitz überdurchschnittlich gute Werte. Als einzige (!) Schwäche dieses Kindersitzes bemängelt der ÖAMTC, dass das Entfernen des Bezugs „etwas aufwendig“ ist. 

Wenn der Cybex Solution S-Fix gut zu Ihrem Kind und in Ihr Auto passt, kaufen Sie auf jeden Fall einen Folgesitz mit guten Sicherheitswerten. 

Auch getestet wurden die gruppenübergreifenden Kindersitze Nania i-Max SP Isofix (Gr. I/II/III) und Cybex Pallas S-Fix (Gr. I/II/III). Der Pallas, in Kindersitzgruppe 1 von 9 bis 18 kg mit Fangtisch ausgestattet, erreichte nur durchschnittliche Ergebnisse beim Frontalcrash (Note: 2,6) der Nania-Kindersitz mit der Frontalcrashnote 3,0 schlechtere. 

Interessant zu wissen: Der Cybex Pallas S-Fix kann in den Solution S-Fix umgebaut werden. Sie können deshalb anhand der ADAC-Tabelle gut erkennen, dass der Pallas in Gruppe 2/3 deutlich bessere Sicherheitswerte erhielt als in Gruppe 1. 

Kindersitzpflicht

Schon gewusst?
Die Kindersitzpflicht endet in Deutschland, wenn Ihr Kind die Größe von 150 cm erreicht hat oder - auch wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter an diesem Tag noch kleiner als 150 cm sind - am 12. Geburtstag. Bis dahin benötigt Ihr Kind gemäß § 21 StVO immer einen Kindersitz
Unsere Empfehlung: Nutzen Sie auch darüber hinaus einen Folgesitz für Ihr Kind, wenn der Gurtverlauf ohne Sitz noch nicht optimal ist!

"Wir empfehlen Ihnen, bis zum Ende der Kindersitzpflicht einen Kindersitz mit Rückenlehne zu nutzen, da Ihr Kind in einem solchen viel besser geschützt wird als auf einer einfachen Erhöhung. Diese kann bei einem Unfall unter dem Po des Kindes wegrutschen. Außerdem fehlen bei einem reinen Sitzkissen die Kopfstütze und die Seitenwangen des Sitzes und damit der für Kinder besonders wichtige Seitenaufprallschutz!"
Berni Team Familie Bär Kindersitze Berlin
Bernadette Wolff
Kindersitzberaterin bei Familie Bär

Unser Fazit zum ADAC Kindersitztest 2018

Das Kindersitztest im Herbst 2018 war wieder einmal sehr spannend für uns. 

Wir freuen uns besonders über die erneut guten Testergebnisse der Britax-Römer-Babyschale Baby-Safe² i-Size und das gute Abschließen der Reboarder Swingfix beziehungsweise Dualfix M i-Size. Auch der Cybex Solution S-Fix überzeugt in der Kategorie der Folgesitze.

Ein wenig unglücklich stimmt uns das Ergebnis des nachfolger HY5 TT. Nach unserem Gespräch mit Gerd Mitter sind wir uns allerdings sicher, dass die nachfolger zurückkommen werden und – vielleicht schon mit den Ergebnissen im nächsten Test – den Kindersitzmarkt revolutionieren werden. Wir drücken die Daumen!

Ergebnisse der Kindersitztests ab 2015

Sie benötigen noch Hilfe bei der Auswahl einer sicheren Babyschale oder eines Gruppe 2/3-Folgesitzes? Hier finden Sie die Testergebnisse wichtiger Babyschalen und Folgesitze aus den Kindersitztests der Jahre 2015 bis heute und können diese auf einen Blick vergleichen:

Kerstin

Onlinemarketingmanagerin bei Familie Bär
Kerstin ist der Onlinemarketingbär im Team von Familie Bär. Sie schreibt leidenschaftlich gerne Texte und hält mit sechs zeitgleich rückwärts fahrenden (eigenen) Kindern im selben Auto den inoffiziellen Rekord unter den Reboardeltern.

Als Mama von zwei Mädchen und fünf Jungs, von denen der Älteste bereits im Jahr 2010 in einem Reboardkindersitz saß, verfügt sie über reichlich Kindersitzfachwissen, das sie in ihren Blogartikeln gerne mit anderen teilt.

Kerstin liebt es, Dinge zu hinterfragen und ist deshalb unter anderem für unsere Analysen zum ADAC Kindersitztest zuständig. Wenn sie nicht gerade mit dem ADAC telefoniert, setzt sie sich dafür ein, dass auch Playmobilmännchen in den ersten vier Lebensjahren rückwärts fahren.
Kerstin

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