Kindersitztest von ADAC, ÖAMTC, TCS, Stiftung Warentest

Der Kindersitztest von Stiftung Warentest und ADAC, ÖAMTC und TCS: Was wird bei den Tests geprüft? Und welche Kindersitze sind wirklich gut?

Uns ist es wichtig, dass jedes Kind in jedem Alter sicher im Auto mitfährt. Deshalb verkaufen wir in unserem Kindersitzgeschäft in Berlin ausnahmslos Kindersitze, von denen wir überzeugt sind. Wir stehen in regelmäßigem und sehr gutem Kontakt zu den Kindersitzherstellern, aber auch zu Institutionen wie dem ADAC oder dem TÜV Rheinland.

Der überwiegende Teil der Sitze in unserem Kindersitzsortiment besteht aus Babyschalen, Reboardern und Folgesitzen der Kindersitzgruppe 2/3, die in der Vergangenheit bereits von einem oder mehreren Testinstituten geprüft wurden.

Neben dem VTI in Schweden, der den anspruchsvollen schwedischen Plus-Test durchführt, testen auch unsere Automobilclubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz regelmäßig Kindersitze auf ihre Sicherheitsaspekte, ihre Handhabung, Bedienung und Ergonomie. In diesem Zusammenhang untersucht auch Stiftung Warentest jeden getesteten Kindersitz auf Schadstoffe. 

Ergebnisse der Kindersitztests ab 2015

Sie benötigen noch Hilfe bei der Auswahl einer sicheren Babyschale oder eines Gruppe 2/3-Folgesitzes?

Hier finden Sie die Testergebnisse wichtiger Babyschalen und Folgesitze aus den Kindersitztests der Jahre 2015 bis heute und können diese auf einen Blick vergleichen:

Der Kindersitztest, ein Gemeinschaftsprojekt

Quelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik.

Der ADAC-Kindersitztest ist seit vielen Jahren der wichtigste Crashtest für Kindersitze in Europa. Die Ergebnisse des Kindersitztests werden zweimal im Jahr, jeweils im Mai und im Oktober, veröffentlicht.

Der Kindersitztest ist ein Gemeinschaftsprojekt des deutschen ADAC, des österreichischen ÖAMTC, des Touring Club Schweiz (TCS) und der Stiftung Warentest.  Die Ergebnisse, die Sie bei diesen Instituten finden, sind alle identisch, sie werden lediglich in unterschiedlicher Form aufbereitet. 

Der gemeinsame Kindersitztest der Länder findet bereits seit dem Jahr 2003 statt. Seitdem wurden Testdurchführung und -methodik regelmäßig an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Ergebnisse des Kindersitztests sind nur innerhalb bestimmter Zeiträume miteinander vergleichbar. 

Direkt miteinander vergleichen können Sie die Testurteile der Sitze innerhalb der Zeiträume zwischen 2007 und 2010, zwischen 2011 und 2014 sowie die Ergebnisse ab 2015 bis heute. Es gibt keine Umrechnungsformel, um Kindersitze, die in zwei unterschiedlichen Zeitspannen nach verschiedenen Methoden getestet wurden, vergleichen zu können. 

Wenn ein Kindersitz im Jahr 2013 ein „Gut“ bekam, bedeutet das nicht automatisch, dass er auch heute noch mit einem guten Urteil aus dem Test kommen würde. Aus diesem Grund crasht der ADAC in seinen aktuellen Tests immer wieder auch ältere Kindersitzmodelle, – auch solche, die in der Vergangenheit bereits getestet wurden. So findet der Automobilclub heraus, ob Kindersitze, die seit vielen Jahren unverändert verkauft werden, noch mit dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik mithalten können. 

Das wird beim Kindersitztest gemacht

Beim Kindersitztest werden alle getesteten Kindersitze in verschiedenen Disziplinen untersucht. 

1. Tests zur Unfallsicherheit des Kindersitzes

Der Crashtest, der beim ADAC in Landsberg bei München durchgeführt wird, besteht aus zwei Teilen, einem Frontalaufpralltest mit 64 km/h und einem Seitencrashtest
 

64 km/h beim Frontcrash– das klingt erst einmal wenig, ist allerdings ziemlich genau die Geschwindigkeit, mit der Ihr Fahrzeug auf eine Mauer trifft, wenn Sie 50 Meter vor diesem Hindernis bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h eine Vollbremsung einleiten. 

Seit 2015 wird für den Seitenaufpralltest ein neuer Versuchsaufbau genutzt. Die Autokarosserie wird dabei quer auf dem Prüfschlitten installiert. Beim Aufprall wird eine Eindringung der Tür in Anlehnung an die Richtlinien der neuen Kindersitznorm UN ECE 129 simuliert.

Aufbau Frontalaufpralltest

Testkarosserie Kindersitztest 2018 ADAC

Aufbau Seitenaufpralltest

Seitencrash Testaufbau ADAC Kindersitztest

2. Tests zu Handhabung, Bedienung und Ergonomie eines Kindersitzes

Während der ADAC die Sitze auf ihre Sicherheit hin testet, prüfen die Österreicher (ÖAMTC) und die Schweizer (TCS) die Bedienung der Kindersitze und ihre Ergonomie. Interessant zu wissen: Bei dieser Gelegenheit finden auch Einbautests statt. Die Kindersitze werden dabei auch von Laien in das Auto eingebaut. Diese werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine von ihnen erhält eine Bedienungsanleitung zum Sitz, die andere nicht. Tatsächlich dürfen neben Dummies auch echte Kinder in den jeweiligen Sitzen probesitzen – außer beim Crashtest, aber das versteht sich von selbst.

3. Schadstoffprüfungen beim Kindersitztest 

Am Ende kommt noch Stiftung Warentest ins Spiel. Die Stiftung beauftragt externe Labore, um die textilen Anteile des Kindersitzes, die mit der Haut der Kinder in Berührung kommen können, auf diverse Schadstoffe zu testen. Hierzu werden der Bezug, die Gurtpolster und andere Stoffteile am Kindersitz genau untersucht. Die abschließende Bewertung des Schadstofftests nimmt wieder Stiftung Warentest vor. Die Untersuchung auf Schadstoffe wird erst seit dem Testjahr 2011 durchgeführt. 

So errechnet der ADAC das Testergebnis eines Kindersitzes

Was viele Eltern nicht wissen: Der ADAC testet bei seinem Kindersitztest nicht nur die Sicherheit eines Kindersitzes. Die Noten in diesem Bereich fließen tatsächlich sogar nur zu 50% in die Endnote des Sitzes ein. 

Mit 40% spielt auch die Bedienung der Babyschale, des Reboarders oder Kindersitzes eine große Rolle bei der Beurteilung. Wer weiß, dass jedes zweite Kind im Auto nicht richtig gesichert ist, versteht besser, warum insbesondere die Fehlbedienungsgefahr, im Fachjargon Misuse genannt, immer wieder zur Abwertung eines sonst guten Kindersitzes führt. 

Denn der beste Kindersitz auf dem Markt kann Ihr Kind nicht optimal schützen, wenn Sie den Sitz oder Ihr Kind nicht richtig sichern. 

Mit 10% Anteil am Gesamtergebnis spielen die Ergonomie und der Komfort eines Sitzes eine untergeordnete Rolle beim Kindersitztest, werden aber dennoch auf den Prüfstand gestellt. 

rückwärtsgerichtete Kindersitze Beratung Familie Bär
Ist der Einbau des Sitzes ein Kinderspiel oder stellt er Eltern auf eine besondere Geduldprobe? Auch das spielt beim Kindersitztest eine Rolle.

Das ADAC-Testergebnis: Sicherheit ist nur halb so wichtig

Unser Titel ist natürlich leicht provokant formuliert. Tatsächlich ist es aber so, dass beim Kindersitztest nicht alleine Sicherheitsaspekte in die Bewertung eines Kindersitzes einfließen. 

Die Note eines Kindersitzes berechnet sich aus 3 Einzelnoten. In Die Wertung zählen:

  1. Die Note im Bereich der Unfallsicherheit: Diese fließt zu 50% in die Wertung ein.
  2. Die Note im Bereich Bedienung: Die Handhabung des Sitzes macht 40% der Endnote aus. 
  3. Die Note im Bereich Ergonomie: Ein Kindersitz muss auch bequem sein. Deshalb wird auch dieser Bereich zu 10% in die Wertung eingerechnet. 

So berechnet sich die Note eines Sitzes:

Sicherheit
50%
Bedienung
40%
Ergonomie
10%
Schadstoffe
können zur Abwertung führen

Eine Kindersitznote - viele Einzelbewertungen

Die Note, die ein Kindersitz im ADAC-Test bekommt, errechnet sich aus drei Einzelwertungen. Während die Sicherheitsnote, das Ergebnis der Bedienungstests und das Ergonomieurteil direkt in das Endergebnis einfließen, führen Schadstoffe zur Abwertung des Ergebnisses oder gegebenenfalls auch sofort dazu, dass ein Kindersitz den Test nicht besteht. 

Wenn Sie auf die kleinen Pfeilchen vor den Bereichen klicken, können Sie zu jedem Testbereich weitere Details nachlesen: 

Kindersitztest aufblasbarer Kindersitz
© ADAC Kindersitztest 2018, Bildquelle: ADAC

Die Note im Bereich Sicherheit setzt sich aus vier Teilnoten zusammen, die unterschiedlich gewichtet in die Endwertung einfließen:

  • Schutz beim Frontalaufprall (40%)
  • Schutz beim Seitenaufprall (40%)
  • Gurtverlauf (10%)
  • Standfestigkeit des Kindersitzes auf dem Autositz (10%)

Bewertungen bei den Crashtests

Die Noten beim Frontal- und Seitencrash sind jeweils die schlechtesten, die der Kindersitz in irgendeiner Fahrtrichtung (vorwärts oder rückwärts), irgendeiner Sitzposition (liegend oder aufrecht) und irgendeiner Kindersitzgruppe mit irgendeinem Dummy (Q1, Q1,5, Q3, Q6, Q10) erreicht hat. In welcher Einbauvariante mit welchem Dummy und in welcher Sitzposition die Crashnote erreicht wurde, ist aus der Tabelle nicht ersichtlich.
 
  • Beispiele:
    Eine nach i-Size zugelassene Babyschale für Babys zwischen z. B. 45 und 83 cm wird beim Frontalaufpralltest immer mit dem größtmöglichen Dummy (Q 1,5) getestet und zwar in der aufrechtesten Sitz- und in der flachsten Liegeposition.
  • Ein Folgesitz der Gruppe 2/3 wird – da er vorwärtsgerichtet installiert wird – mit den Dummies Q3, Q6 und Q10 geprüft. Außerdem, sofern vorhanden, in der Sitz- und Liegeposition. Wenn der Sitz nicht nur mit dem Fahrzeuggurt befestigt werden kann, sondern auch zusätzlich an den Isofixhaken verankert, wird der Test in allen möglichen Varianten mit allen möglichen Dummies gefahren.
  • Besonders kompliziert ist es bei Kombinationskindersitzen, die sowohl rückwärts als auch vorwärts in das Auto eingebaut werden können und mehrere Kindersitzgruppen abdecken. Solche Sitze werden rückwärts liegend und aufrecht mit dem größtmöglichen Dummy und in Fahrtrichtung ebenso wieder mit allen Dummies der Einzelgruppen, für die der Kindersitz zugelassen ist, gecrasht. 
Wenn ein Kindersitz mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen und/oder Einbauarten (vorwärts, rückwärts, mit Gurt, mit Isofix usw.) abdeckt, werden diese alle getrennt getestet. Für die Bewertung wird das schlechteste Ergebnis, das in einem einzelnen Test erzielt wurde, herangezogen.

Der Endverbraucher erfährt nicht, in welcher Sitzkategorie und mit welchem Dummy der Sitz so abgeschnitten hat. Das ist einerseits nachvollziehbar, schließlich muss oder sollte ein Kindersitz den kleinen Passagier in allen Kindersitzgruppen gut schützen können, andererseits für Sie als Eltern, die Sie einen Kindersitz vielleicht sowieso nur rückwärts benutzen, obwohl er auch vorwärts installiert werden kann, ziemlich unbefriedigend. 

Wir als Händler fragen die Rückwärtswerte einzelner Kindersitze regelmäßig beim ADAC ab, um uns ein umfassendes Bild von den Sitzen machen zu können, wünschen uns aber für die Zukunft, dass auch die Einzelnoten veröffentlicht werden. Wir hoffen, dass die Änderung spätestens im Jahr 2020 kommt, wenn die Methodik bzw. Prüfkriterien beim Test wieder angepasst werden.

 

Kindersitztest Messungen
© ADAC / Uwe Rattay

Welche Werte bestimmt der ADAC beim Crashtest?

Neben den Nackenbelastungswerten misst der ADAC auch die Vorverlagerung des Kopfes (stößt der Kopf des Kindes bei einem Unfall am Vordersitz an?), mit dem HIC-Wert die Wahrscheinlichkeit einer Kopf- bzw. Gehirnverletzung, die Beschleunigung des Kopfes und der Brust oder zum Beispiel auch den Druck des Gurtes auf den Oberkörper des Dummys bzw. Kindes. 

Außerdem nehmen diverse Sensoren am Kopf, Genick und im Bauchraum weitere Messwerte, die in die Sicherheitswertung einfließen. Gemessen wird sowohl in der Vorverlagerungsphase als auch in der Rückprallphase, beim sogenannten Rebound. 
 
Wenn sich der Kindersitz von der Basistation löst,die Sitzschale bricht, der Gurtkontakt am Hals oder Abdomen zu stark ist oder sich Gurte am Kind  oder Sitz öffnen, werden die Kindersitze abgewertet oder bestehen – je nach Ausmaß und Umfang des Problems – den Test nicht.
 

Der Gurtverlauf des Kindersitzes

Auch der Gurtverlauf eines Kindersitzes fließt in die Sicherheitsbewertung ein.

Die Kollegen des ÖAMTC nutzen für diesen Test keine normalen Dummies, sondern spezielle Handhabungsdummies, die unterschiedlich gebaut sind. So findet das Testinstitut heraus, wie der Gurt im Kindersitz bei besonders kleinen oder großen, schmalen oder kräftigen Kindern verläuft und ob zum Beispiel die verschiedenen Höhenverstellungsstufen des Kindersitzes ausreichend sind und alle Gruppen abdecken, in denen der Sitz zugelassen ist.

Die Standfestigkeit des Sitzes auf dem Fahrzeugsitz

Es wird beim Kindersitztest auch geprüft, wie stabil ein Kindersitz auf dem Autositz steht, schließlich soll das Kindersicherungssystem fest installiert werden können und darf auch bei einer Kurvenfahrt nicht umfallen

Insgesamt drei Experten beurteilen den Gurtverlauf und die Standfestigkeit eines Sitzes gemeinsam.

Die Bedienung eines Kindersitzes fließt zu 40 % in die Endnote ein. Das heißt, die Handhabung eines Sitzes ist im Kindersitztest fast genauso wichtig wie der Sicherheitsaspekt.

Auch die Bewertung in der Bedienung setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen:

  • Fehlbedienungsgefahr / Misuse (40%)
  • Anschnallen des Kindes (20%)
  • Sitzeinbau (20%)
  • Sitzumbau und Größenanpassung (10%)
  • Bedienungsanleitung (8%)
  • Reinigung / Verarbeitung (2%)
Dass die Handhabung des Kindersitz so viel Raum in der Endbewertung eines Kindersicherungssystems einnimmt, hat einen ernsten Hintergrund.
 
Quelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik.

Misue bei Kindersitzen – Die Gefahr der Fehlbedienung

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) stellt seit Jahren regelmäßig fest, dass viele Kinder – obwohl sie in einem Autokindersitz sitzen – nicht richtig gesichert werden. Auch in der letzten Studie zur Fehlbedienung kam die UDV leider wieder auf eine Misuse-Quote von 48%. Das heißt: Fast jedes zweite Kind sitzt allein deshalb nicht sicher im Auto, weil die Eltern das Kinderrückhaltesystem falsch bedienen. Häufige Fehler dabei: Oftmals wird der Kindersitz nicht korrekt eingebaut und das Kind oder der Sitz werden viel zu locker angeschnallt.
 
 
Dieser sogenannte Misuse kann lebensgefährliche Folgen haben. Aus diesem Grund ist es den Testinstituten besonders wichtig, dass auch dieser Faktor in die Note einfließt. Der beste Kindersitz hilft niemandem, wenn der, der ihn bedienen muss, mit der Handhabung überfordert ist, weil sie viel zu kompliziert ist.
 
Aus diesem Grund setzt der ÖAMTC für den Fehlbedienungstest nicht nur drei Experten, sondern auch vier Laientester ein, die die Kindersitze mit und ohne Bedienungsanleitung einbauen müssen.
 
Wir zeigen unseren Kunden deshalb bei einer Kindersitzberatung grundsätzlich auch, wie der jeweilige Kindersitz eingebaut wird und was Eltern sonst noch beachten müssen, um ihr Kind sicher zu transportieren.
 

Sitzeinbau, -umbau, Größenanpassung des Kindersitzes, Anleitung und Reinigung

Wie einfach ein Sitz umgebaut werden kann und die Größenanpassung der Sitze werden wieder von drei Mitarbeitern des ÖAMTC beurteilt. Die Babyschalen, Reboarder und anderen Kindersitze werden in drei verschiedene Fahrzeuge eingebaut, um den Einbau unter verschiedenen Gegebenheiten beurteilen zu können.
Quelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik

Ein Kindersitz muss bequem sein, deshalb fließt auch die Ergonomie der Sitze in die Endnote ein.

Dabei prüfen drei Experten gemeinsam mit echten Kindern und Dummies, wie viel Raum ein Kindersitz im Auto benötigt (Platzbedarf), wie die Beinauflage des Kindersitzes ist und ob die Polsterung der Babyschalen, Reboarder und Folgesitze bequem ist. Die Kollegen des ÖAMTC nutzen für diesen Test keine Crash-Dummies, sondern spezielle Handhabungsdummies, die unterschiedlich gebaut sind.

So findet das Testinstitut heraus, wie der Gurt im Kindersitz bei besonders kleinen oder großen, schmalen oder kräftigen Kindern verläuft und ob zum Beispiel die verschiedenen Höhenverstellungsstufen des Kindersitzes ausreichend sind und alle Gruppen abdecken, in denen der Sitz zugelassen ist.

Auch die Sichtverhältnisse aus dem Kindersitz heraus werden untersucht, dabei sowohl die Sicht aus dem Auto heraus als auch die Frage, ob die Kinder ihre Eltern sehen können. Im Auto prüfen die Tester auch die Sitzposition der Kinder, beispielweise den Winkel der Rückenlehne oder die Beinfreiheit im Kindersitz.

Für diesen Test nutzt der ÖAMTC drei verschiedene Fahrzeuge: Den Ford C-Max, einen VW Golf VII und einen Opel Adam.

Seit dem Jahr 2011 werden beim Kindersitztest auch alle textilen Teile der Kindersitze auf Schadstoffe untersucht. Stiftung Warentest beauftragt dazu externe Labore, die die Bezüge, Gurtpolster und anderen Stoffe, die mit der Kinderhaut in Berührung kommen, auf polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalate (Weichmacher), Formaldehyd, Flammschutzmittel und phenolische Verbindungen testet. 

Ab einer Note von 3,6 im Schadstofftest wertet Stiftung Warentest das Gesamturteil eines Kindersitzes ab. Ist das Schadstoffurteil „mangelhaft“, so bekommt der betroffene Autokindersitz auch im Gesamtergebnis eine mangelhafte Bewertung. 

Einzelne Ergebnisse in den Teilbereichen führen zu Abwertungen des Ergebnisses in diesem Teilbereich oder auch im Gesamturteil. Wir wollen auszugsweise nur einige davon benennen, den Rest können Sie bei Stiftung Warentest oder auch beim ADAC (Reiter Methodik und Hintergrund / Testverfahren ab 2015) nachlesen. 

Abwertungsgründe im Kindersitztest: 

  • Ein mangelhaftes Urteil im Bereich der Unfallsicherheit, der Schadstoffe oder der Handhabung führt dazu, dass auch das Gesamturteil des Autokindersitzes nicht mehr besser als mangelhaft sein kann. 
  • Eine mangelhafte Note im Seiten- oder Frontalaufpralltest hat zur Folge, dass die Note im Bereich Unfallsicherheit nicht besser als mangelhaft sein kann. 
  • Eine mangelhafte Note im Bereich der Fehlbedienungsgefahr, beim Anschnallen des Kindes oder auch beim Einbau des Sitzes wirkt sich direkt auf die Note im Teilbereich Bedienung aus. 

Fragen und Antworten zum ADAC-Crashtest für Kindersitze

Wie läuft der ADAC-Kindersitzcrashtest eigentlich ab? Wie findet das Testinstitut heraus, ob ein Kindersitz auch wirklich sicher ist? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten auf Ihre Fragen: 

Wie werden die Kindersitze ausgewählt, die in den Test kommen?

Vielleicht fragen Sie sich, warum ein bestimmter Kindersitz in diesem Jahr nicht getestet wurde und wie die Institute überhaupt auswählen, welche Babyschalen, Reboarder und Kindersitze im nächsten Kindersitztest dabei sein werden.

Die Auswahl der Sitze im Test wird ca. ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung der Ergebnisse vorgenommen. Ein Teil der Kindersitze wird von verschiedenen europäischen Partnerinstituten vorgeschlagen, ein anderer Teil wird bewusst ausgewählt, weil ein Kindersitz besonders innovativ ist wie z. B. der Maxi-Cosi Axissfix Air als erster Kindersitz mit integriertem Airbag, der BeSafe iZi Flex Fix i-Size als erster Kindersitz nach der neuen Kindersitznorm 129-02 oder der nachfolger HY5 als aufblasbarer Reboardkindersitz.

Der ADAC kauft alle Kindersitze, je ca. 10 Sitze pro Testmodell, anonym im Handel, üblicherweise bewusst in unterschiedlichen Geschäften.

Mit welchem Fahrzeug testet der ADAC?

Für den Frontalaufpralltest nutzte der ADAC bis zum Jahr 2011 die Karosserie des Opel Astra. Zwischen 2011 und 2014 wurde mit einem Golf VI gecrasht. Seit 2015 testet der ADAC Kindersitze mit einem Schlitten, auf den die Karosserie des Golf VII montiert ist. Die Kindersitze werden auf der Rückbank eingebaut, davor befinden sich keine Vordersitze. Beim Seitenaufpralltest wird mit einem speziellen Versuchsaufbau eine auf den Kindersitz eindringende Fahrzeugtüre simuliert.

Mit welchen Dummies testet der ADAC Kindersitze?

In den Kindersitzen sitzen sogenannte Q-Dummies. Diese sind mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die die Belastungen auf den kindlichen Körper messen. Diese Sensoren befinden sich zum Beispiel im Nacken, am Kopf, an der Brust oder auch im Bauchraum des Dummys.

Die Q-Dummies sind kleinen und großen Menschenkindern nachempfunden. Die Zahl nach dem Q bezieht sich auf das Alter des entsprechenden Kindes. Mit 3,45 kg Gewicht ist der Q0-Dummy die leichteste Puppe. Sie hat eine Sitzhöhe von 35,5 cm. Q3, der zum Beispiel die neuen i-Size-Reboarder, die bis 105 cm zugelassen sind, testen darf, ist 14,6 kg schwer, 98,5 cm groß und im Sitzen 54,4 cm hoch.

Wie viele Tests fährt der ADAC pro Kindersitz?

Grundsätzlich crasht das Testinstitut alle Kindersitze in all ihren möglichen Einbauvarianten und Größenklassen.

Bei vorwärtsgerichteten gruppenübergreifenden Kindersitzen, z. B. der Gruppe I/II/III, testet der ADAC den Kindersitz mit dem jeweils größten Dummy der Einzelgruppe. Bei rückwärtsgerichteten gruppenübergreifenden Sitzen wird der Sitz beim Crash lediglich mit dem größtmöglichen für den Sitz in Frage kommenden Dummy getestet, da bei kleineren Dummys laut ADAC in der Regel keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden können. Kindersitze, die in beide Fahrtrichtungen befestigt werden können, werden rückwärts mit dem größten für den Kindersitz zugelassenen Dummy getestet, vorwärts dagegen in allen Einzelgruppen. Außerdem werden die Kindersitze in liegender und aufrechter Sitzposition gecrasht und Messwerte bestimmt.

Für die Wertung in der Sicherheit zählt immer und nur das schlechteste Ergebnis, das in einem einzelnen Test erzielt wurde.

Der Hintergrund dazu ist, dass die Testinstitute davon ausgehen, dass Eltern ihren Kindersitz im Zweifelsfall in allen Varianten und Größenklassen benutzen und deshalb ein Bild vom schlechtesten Prüfergebnis haben müssen. Als Mindestschutzpotential beschreibt der ADAC diese Bewertung. Grundsätzlich, wie wir finden, die richtige Vorgehensweise, für diejenigen Eltern allerdings, die beispielsweise einen Reboardkindersitz trotz Vorwärtsfunktion bis zum Ende der Nutzungsdauer rein rückwärtsgerichtet verwenden wollen, ziemlich unglücklich, da das Testergebnis für ihre - in der Regel viel sicherere - Einbauvariante nichts aussagt.

Eine kompetente Kindersitzberatung im Fachhandel ist wichtig

Die Kindersitzberatung – für das Plus an Kindersicherheit

Bei einer Beratung in einem Kindersitz-Fachgeschäft finden Sie gemeinsam mit Ihrem Händler den Kindersitz, der Ihr Kind auch wirklich gut schützt – und das muss nicht zwangsläufig der Testsieger sein. 

Denn nur, wenn Kind, Sitz und Auto zusammenpassen, kann der Kindersitz so gut auf Ihren Sohn oder Ihre Tochter aufpassen, wie Sie es als Eltern außerhalb des Autos tun.

Vertrauen Sie auf unserer Erfahrung als Kindersitzberater in Berlin und legen Sie den Schutz Ihres Kindes vertrauensvoll in unsere Hände. Wir finden gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind den Sitz, der optimal passt, bequem ist UND Ihr Kind auf jeder Autofahrt sicher schützt.  

Verschiedene Kindersitze mit Kind testen

Schmal, breit, kurz oder lang – Kindersitze sind so unterschiedlich proportioniert wie unsere Kinder. Viele Eltern bestellen den Testsieger im Internet und stellen beim ersten Einbau in ihr Fahrzeug oder manchmal auch erst einige Zeit später fest, dass der Kindersitz nicht zu ihrem Kind oder dem Familienauto passt. Das Baby hat in der Schale keinen Halt, der Reboarder passt zwar ins Auto, Papa aber nicht mehr und der Folgesitz sieht zwar hübsch aus, der Gurtverlauf passt aber weder unten noch oben. 

Beim Probesitzen im Kindersitzfachgeschäft wird schnell klar, welcher Kindersitz besonders gut zu Ihrem Nachwuchs passt. Nutzen Sie diese Möglichkeit und besuchen Sie ein Fachgeschäft für Kindersitze, damit Ihr Kind immer sicher im Auto mitfährt. 

Ein Probeeinbau des Kindersitzes in das Auto bringt Klarheit

Viel Platz, wenig Raum, Staufächer im Fahrzeugboden, unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten. 

Ein kurzer Blick ins Auto genügt Ihrem erfahrenen Kindersitzfachhändler meist, um zu wissen, auf welchen Sitzplätzen im Auto Sie einen Kindersitz unterbringen dürfen und welcher Kindersitz so gut in Ihr Auto passt, dass auch Mama, Papa und das Geschwisterkind noch Platz finden. 

Beim Probeeinbau des Kindersitzes in Ihr Fahrzeug vergewissern wir uns, dass auch die weiteren Insassen bequem und sicher mitfahren können und zeigen Ihnen schon einmal die wichtigsten Kniffe beim Einbau Ihres Sitzes. 

"Kaufen Sie einen Kindersitz niemals nur wegen seines guten Ergebnisses in einem Kindersitztest. Ein Autokindersitz kann Ihren Nachwuchs nur dann gut schützen, wenn er optimal zu Ihrem Kind und in Ihr Auto passt. Lassen Sie sich deshalb vor einem Kauf am besten in einem Fachgeschäft beraten!"
Kindersitzberater Berlin Sarah Behrendt
Sarah Behrendt
Geschäftsführerin bei Familie Bär

ADAC-Kindersitztest 2018 (Herbst)

23. Oktober: Im aktuellen Kindersitztest Herbst 2018 prüften Stiftung Warentest und der ADAC wieder viele verschiedene Kindersitzmodelle. Die folgenden Babyschalen, Reboarder und Kindersitze wurden unter die Lupe genommen: 

  • Babyschalen: Britax-Römer Baby-Safe² i-Size (mit Flex Base und i-Size Base), Hauck Comfort Fix (mit und ohne Isofixbasisstation), Jané Koos i-Size (mit und ohne iPlatform) Joie i-Level und Maxi-Cosi Cabriofix (mit und ohne FamilyFix-Basisstation)
  • Reboarder: Britax Römer Dualfix M i-Size, Britax Römer Swingfix M i-Size, Chicco Around U i-Size, nachfolger HY5, Osann Fox
  • Gruppenübergreifende Kindersitze und Folgesitze der Gruppe 2/3: Cybex Pallas S-Fix, Cybex Solution S-Fix, Nania I-Max SP Isofix (baugleich mit Osann I-Max SP Isofix)
Kindersitztest ADAC ÖAMTC Herbsttest Kindersitze
ADAC Kindersitztest 2018, Bildquelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik

Lassen wir zunächst die beteiligten Institute zu Wort kommen: Sie finden hier die Statements des ÖAMTC und des ADAC sowie die Zusammenfassung des Kindersitztests 2018 durch Stiftung Warentest: 

Statement des ÖAMTC zum Kindersitztest 2018

Video des ADAC zum Kindersitztest 2018

Das sagt Stiftung Warentest zum Kindersitztest 2018

Babyschalen im Kindersitztest 2018

Vier verschiedene Babyschalen prüfte der ADAC im Herbsttest, diese jeweils in der Variante mit Gurtbefestigung und zum Vergleich auch gemeinsam mit der bzw. den zugehörigen Basisstation(en).

Zur Kindersitzauswahl:
Mit dem Britax Römer Baby-Safe i-Size² hatte das Testinstitut eine neue Babyschale mit moderner Sicherheitstechnik im Test, mit der Cabriofix von Maxi-Cosi eine Babyschale, die schon viele Jahre lang unverändert produziert wird. Mit der Joie i-Level war zudem eine Schale mit flacher Liegeposition unter den Testkandidaten. 

Babyschalen im Kindersitztest 2018
© Quelle: ÖAMTC (Kindersitztest Herbst 2018)

Britax Römer Baby-Safe² i-Size mit i-Size Base und Flex-Base

Den Baby-Safe² i-Size hatte der ADAC schon im Kindersitztest im Frühjahr auf der Teststrecke. Im Herbsttest folgten nun die Prüfungen der Schale mit den beiden Isofix-Basisstationen. 

Baby-Safe² i-Size gegurtet, mit i-Size Flex Base und i-Size Base im Vergleich: 

TestjahrBabyschalemit Basisstationfrontalseitlich
2018Britax Römer Baby-Safe² i-SizeFlex Base1,11,7
2018Britax Römer Baby-Safe² i-Sizegegurtet1,41,4
2018Britax Römer Baby-Safe² i-Sizei-Size Base0,91,7
Baby-Safe i-Size² von Britax-Römer

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, bekamen alle Kombinationen überdurchschnittlich gute Bewertungen im Test. Dass die Baby-Safe² i-Size bei der Gurtbefestigung im Seitencrashtest etwas besser war als die Schale mit den Basisstationen, lässt sich dadurch erklären, dass eine Basisstation, die an den Isofixhaken befestigt ist, bei einem Seitenaufprall schlechter ausweichen kann als eine gegurtete Babyschale. Die Isofix-Verbindung ist starr, beim Seitencrash ist eine Gurtbefestigung der Isofixverankerung deshalb häufig überlegen. 

Im Frontalaufpralltest schneiden die beiden Kombinationen mit den Isofixbasisstationen wiederum ein wenig besser ab als die Baby-Safe² i-Size, die nur mit dem Sicherheitsgurt befestigt wurde. 

Gurt oder Isofix? Mit oder ohne Basisstation? Was ist sicherer? 

Die Frage, ob die Befestigung mit dem Gurt oder mit Isofix sicherer ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Im Crashtest hat sich gezeigt, dass grundsätzlich beides sicher sein kann und sich keine allgemeine Aussage darüber treffen lässt, ob der Einbau mit Isofix oder die Installation mit dem Sicherheitsgurt sicherer ist. 

Der große Vorteil am Isofixsystem ist allerdings, dass es bedienerfreundlicher ist und weniger Fehler beim Einbau gemacht werden. 

Sie sehen den tatsächlich gravierenden Unterschied in der Fehlbedienungshäufigkeit zwischen Isofix und Gurtbefestigung in dieser Grafik aus einer Präsentation der Misusestudie der Unfallforschung der Versicherer: 

Misuse bei Babyschalen und Gruppe 1 Kindersitzen
© Unfallforschung der Versicherer, Studie zur Verwendung von Kinderschutzsystemen, Oktober 2018

Das bedeutet: Eltern machen signifikant weniger Fehler beim Einbau der Babyschale, wenn diese mit Isofix befestigt wird. 

Angst müssen Sie vor der Befestigung der Babyschale mit dem Autogurt trotzdem nicht haben, wenn Sie einige wichtige Punkte beachten: 

  • Lassen Sie sich zum Kauf der Babyschale bei einem Kindersitzfachhändler beraten. Dieser erklärt Ihnen auch den Einbau der Babyschale und was Sie bei der Handhabung beachten müssen. 
  • Lesen Sie die Anleitung zu Ihrem Kindersitz immer sorgfältig und sehen Sie sich gegebenenfalls auch Einbauvideos zu Ihrer Babyschale an.
  • Ziehen Sie sowohl die Gurte an der Babyschale als auch die am Kind immer ordentlich straff. 

Joie i-Level im Kindersitztest 2018

Babyliegeschale von Joie Kindersitztest
Babyschale i-Level von Joiebaby

Die i-Level von Joie ist eine i-Size-Babyschale für Kinder von 40 bis 85 cm mit maximal 13 Kilogramm Körpergewicht. Das besondere an dieser Schale ist die sehr flache Liegeposition.

Ein zu starker Liegewinkel wirkt sich im Test und auch im realen Unfallgeschehen oft nachteilig auf die Sicherheit aus, weswegen wir unseren Kunden meist empfehlen, die Sitzposition im Kindersitz so aufrecht wie möglich und nur so liegend wie nötig zu stellen. Das heißt: Natürlich sollten die Allerkleinsten am besten flach in der Babyschale liegen, je größer die Kinder werden, desto aufrechter darf allerdings auch die Rückenlehne des Sitzes eingestellt werden.  

Zurück zur i-Level: Die Babyschale bekam im Frontalcrashtest eine 2,1, im Seitencrashszenario schnitt die i-Level mit einer 1,6 ab.

Tatsächlich ist es so, dass die gemessene Nackenbelastung beim liegenden Q1,5-Dummy mit 1400 N im Frontalaufpralltest für eine Babyschale vergleichsweise hoch war. In der aufrechten Position dagegen blieben die Werte unter 1000 N.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, die i-Level vorrangig in einer aufrechten Position zu benutzen, da dies die Sicherheit Ihres Babys erhöht. Hier müssen Sie allerdings für sich abwägen: Benötigt Ihr Kind zum Beispiel, weil es zu früh geboren ist, eine besonders flache Position? Hat Ihr Baby Probleme mit der Sauerstoffsättigung und Sie möchten Ihr Kleines deshalb besser liegend transportieren? Diese Entscheidungen können wir Ihnen natürlich nicht abnehmen.

Die Joie i-Level sollten Sie allerdings immer im Fachhandel – am besten gemeinsam mit Ihrem Baby – testen, denn sie benötigt relativ viel Platz im Auto. Dafür bietet sie Ihrem Kind viel Raum zum Wachsen und ein gutes Platzangebot.

Hauck Comfort Fix mit und ohne Isofix-Basisstation 

Die Babyschale von Hauck ist in der Klasse ECE R 44/04 für Babys bis maximal 13 Kilogramm zugelassen. Beim Frontalaufpralltest erreichte die Comfort Fix gegurtet und auch mit Basisstation jeweils eine 1,8. Auch im Seitencrashtest war die Schale mit Noten von 1,9 (mit Isofixbase) bzw. gegurtet 2,0 gut.

Der ÖAMTC bemängelt allerdings eine leicht erhöhte Fehlbedienungsgefahr beim Einbau der Babyschale ohne Base.

Maxi-Cosi Cabriofix mit und ohne FamilyFix Basisstation

Ein Klassiker unter den Babyschalen: Der Maxi-Cosi Cabriofix
Maxi-Cosi Cabriofix

Die Babyschale Cabriofix von Maxi-Cosi ist ein Klassiker. Dieser Kindersitz wird seit vielen Jahren in unveränderter Form hergestellt und wurde im Jahr 2007 schon einmal mit der Easyfix-Base und im Jahr 2010 gemeinsam mit der Familyfix-Basisstation getestet. Beide Male erreichte die Babyschale sehr gute bzw. gute Ergebnisse im Bereich Sicherheit.

Die Cabriofix wurde 2018 noch einmal in den Kindersitztest genommen, um herauszufinden, ob die Babyschale aktuellen Sicherheitsstandards genügt. Hintergrund dazu ist unter anderem, dass die Testmethodik des Kindersitztests 2007, 2011 und 2015 verändert wurde, so dass die alten Ergebnisse mit denen neuerer Babyschalen nicht vergleichbar sind.

Im Frontalcrash erreichte die Maxi-Cosi Cabriofix sowohl mit als auch ohne Basisstation sehr gute Werte und bekam gegurtet eine glatte 1,0. Gemeinsam mit der Familyfix-Base fällt das Ergebnis mit einer Note von 1,3 nur Nuancen schlechter aus.

Im Seitencrash hatte es die Cabriofix dafür weitaus schwieriger: Mit einer Note von 2,8 gegurtet bzw. 3,6 mit Familyfix-Base erreichte sie gegenüber anderen Babyschalen unterdurchschnittliche Werte im Bereich der Unfallsicherheit. Insbesondere bei der Nutzung mit der Base besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei einem Seitenaufprall. 

Wir raten Ihnen deshalb, beim Kauf der Babyschale auf eine Babyschale mit besserem Seitenschutz zurückzugreifen.

Babyschale Jané Koos i-Size

Jané Koos i-Size (mit und ohne i-Platform)

Die Babyschale Koos i-Size von Jané ist für Kinder zwischen 40 und 83 cm zugelassen. Leider bestand die Koos i-Size die Schadstoffprüfung nicht.

Stiftung Warentest fand Naphtalin – laut ADAC-Presse im Bezugstoff. Stiftung Warentest dagegen zitiert im Heft Test 11/2018 den Hersteller, der anbietet, die Gurtpolster der Schale auszutauschen, da die Analysen in seinen eigenen Laboren gezeigt hätten, dass „die Gurtpolster einer bestimmten Charge von Sitzen Spuren von Naphtalin enthalten“. Jané wendet sich diesbezüglich selbst an die Käufer der Babyschale und bietet einen Austausch der Polster an.

Schade für die Koos i-Size, denn diese Babyschale erreichte sowohl mit als auch ohne Isofix-Basisstation jeweils gute Werte in der Unfallsicherheit

Im Frontalcrash schnitt die Jané Koos i-Size gegurtet mit einer sehr guten Note von 0,8 (!) ab, im Seitencrash mit einer guten 1,6. Gemeinsam mit der Isofixbasisstation iPlatform bekam die Koos i-Size in der Sicherheit insgesamt eine Note von 1,8 (1,2 frontal, 2,3 beim Seitenaufpralltest). 

Welche Babyschale ist denn jetzt die sicherste auf dem Markt? 

Sie haben nun einiges über Babyschalen im Kindersitztest gelesen, können sich aber nicht entschieden, welchen Sitz Sie für Ihr Baby kaufen sollen?

In unserer Babyschalenübersicht können Sie nicht nur die Frontal- und Seitencrashergebnisse interessanter Schalen aus den Jahren 2015 bis 2018 auf einen Blick vergleichen, sondern finden auch Hilfestellung zum Kauf einer Babyschale: 

>> Babyschalenvergleich <<

Reboarder im Kindersitztest 2018

Rückwärtsgerichte Kindersitze von Chicco, nachfolger, Britax Römer und Osann im Kindersitztest

In den letzten Jahren entscheiden sich glücklicherweise immer mehr Eltern für Reboarder. Dies hat auch der ADAC erkannt und prüft deshalb mehr und mehr rückwärtsgerichtete Kindersitze. Insgesamt 5 Kindersitze, die bis 105 cm bzw. 18 kg rückwärtsgerichtet in das Auto eingebaut werden können, wurden im Herbsttest unter die Lupe genommen:

© Quelle: ÖAMTC (Kindersitztest Herbst 2018)

Im Kindersitztest 2018 waren drei Rückwärtssitze mit Vorwärtsfunktion unter den Testkandidaten, der Chicco Around U i-Size, der Osann Fox und der Britax Römer Dualfix M i-Size. Außerdem prüften die Tester den Swingfix M i-Size und den aufblasbaren Reboardkindersitz von nachfolger, den HY5 TT. Swingfix und HY5 können bis zum Ende der Nutzungszeit ausnahmslos rückwärtsgerichtet in das Auto eingebaut werden.

Chicco Around U 

Der Chicco Around U i-Size ist ein Kindersitz für Kinder zwischen 40 und 105 cm. Er kann bis zum Ende der Nutzungsdauer rückwärts oder ab 76 cm Körpergröße auch in Fahrtrichtung benutzt werden. Der i-Size-Kindersitz  schnitt sowohl in der Sicherheit als auch in der Endnote mit „befriedigend“ ab. Im Frontalcrash konnte er mit einer 3,8 wenig überzeugen.

Osann Fox

Mit einer 3,8 im Seitenaufprall und einer 2,9 beim Frontalaufpralltest konnte auch der Osann Fox nicht punkten. 

Zudem war der Bezug des Kindersitzes sehr stark mit dem Flammschutzmittel TDCP belastet. Dieses steht im Verdacht, krebserregend zu sein, und hat deshalb in Kindersitzbezügen nichts zu suchen.

Osann geht von einer Kontaminierung außerhalb seiner Produktionsstätten aus und bietet seinen Kunden an, den blauen Sitzbezug mit Sternchenmuster kostenfrei zu tauschen. 

Wenn Sie diesen Sitz zuhause haben, können Sie sich an info@osann.de wenden und erhalten kostenlos einen Austauschbezug für Ihren Sitz. 

Stiftung Warentest rät ausdrücklich vom Osann Fox ab, da die Kinder beim Seitenaufprall nur „ausreichend“ geschützt werden. 

Reboardkindersitz von Osann, Flammschutzmittel
Osann Fox

Britax Römer Dualfix M i-Size und Swingfix M i-Size

Auch im Test dabei: Zwei i-Size-Kindersitze von Britax Römer, der Swingfix M i-Size und der Dualfix M i-Size. Diese Sitze sind fast baugleich, sie unterscheiden sich lediglich darin, dass der Swingfix nur rückwärts in das Auto eingebaut werden kann während Sie den Dualfix auch in Fahrtrichtung drehen können. 

Baugleich: Britax Römer Swingfix und Dualfix
Geschwister: Britax Römer Dualfix und Swingfix M i-Size

Die Testwerte dieser beiden Kindersitze sind keine große Überraschung, denn die Versionen ohne „M“ wurden jeweils bereits im Kindersitztest im Mai 2018 gecrasht und bekamen dort gute (Dualfix i-Size) bzw. sehr gute (Swingfix i-Size) Sicherheitsergebnisse

Wesentlicher Unterschied zwischen den Kindersitzen mit dem Zusatz i-Size bzw M i-Size: Die Nutzungsdauer. Die M-Modelle können erst ab 61 cm, Dualfix i-Size und Swingfix i-Size bereits ab 40 cm Körpergröße, also theoretisch von Geburt an, genutzt werden. 

Der spätere Einstieg in den Sitz bringt Vorteile bei der Fehlbedienungsgefahr: Diese schätzt der ÖAMTC bei den M-Modellen geringer ein, da die Eltern vor dem Umstieg auf den Dualfix bzw. Swingfix M i-Size eine Babyschale nutzen müssen und das Kind so nicht schon ab Geburt (entgegen jeder Zulassung und Empfehlung) in Fahrtrichtung transportieren können.

Rückwärts oder vorwärts? Die Testergebnisse von Dualfix und Swingfix zeigen es deutlich!

Sie überlegen, Ihr Kind nach der Babyschale möglichst lange rückwärts zu transportieren und sind noch nicht ganz überzeugt? Sehen Sie sich die Testergebnisse der nahezu baugleichen Kindersitze Dualfix M i-Size und Swingfix M i-Size an. 

Der Swingfix kann bis zu einer Größe von 105 cm nur rückwärts genutzt werden, während der Dualfix auch eine Vorwärtsfahrfunktion hat. Im Frontalaufpralltest erhält der Swingfix eine glatte 1,0. Der Dualfix M i-Size erreicht aufgrund des Einbaus in Fahrtrichtung lediglich eine 2,1. 

Wir empfehlen Ihnen deshalb – ebenso wie der Hersteller Britax Römer –  auch den Dualfix am besten bis 105 cm rückwärtsgerichtet zu verwenden. 

nachfolger HY5 TT

nachfolger HY5 TT – unser Sorgenkind im aktuellen Kindersitztest

Neben den i-Size-Reboardern prüfte der ADAC in diesem Test auch einen aufblasbaren Kindersitz, den HY5 TT der Marke nachfolger.

Dieser innovative Sitz für Kinder zwischen 0 und 18 Kilogramm kam letztes Jahr auf den Markt und wurde für Eltern entwickelt, die zum Beispiel kein eigenes Auto besitzen und regelmäßig mit unterschiedlichen Fahrzeugen (Carsharing), in Bus und Bahn, mit dem Taxi oder im Flugzeug unterwegs sind. Deshalb ist der aufblasbare HY5 mit seinen gerade einmal 5 Kilogramm Gewicht besonders leicht und unaufgepumpt auch sehr handlich – perfekt zum Mitnehmen. 

Einbau des nachfolger HY5 TT

Der HY5 TT kann nur rückwärtsgerichtet in das Auto eingebaut werden.

Dabei befestigen Sie ihn auf der Rückbank mit dem 3-Punkt-Sicherheitsgurt des Autos und sichern ihn zusätzlich mit einem Toptether-Gurt, der sich an der Oberseite des Sitzes befindet, gegen eine zu große Vorverlagerung in Richtung Vordersitz bzw. ein zu starkes Abtauchen nach unten.

Alternativ kann der Sitz auch auf dem Beifahrersitz (Airbag aus!) eingebaut werden. Dort benötigt er den Toptethergurt nicht, da das Armaturenbrett starr ist und sich im Gegensatz zu einem Fahrzeugsitz bei einem Crash kaum bewegt.

Der nachfolger HY5 im Kindersitztest 2018

Der ÖAMTC kündigte bereits vor der Veröffentlichung des Kindersitztests an, dass der HY5 im Test sein würde und wir waren sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Gerd Mitter, einer der Gründer und Geschäftsführer bei nachfolger, ist kein Unbekannter in der Kindersitzbranche. Er hat viele Jahre lang für etablierte Kindersitzmarken gearbeitet und dabei auch etliche Testsieger bei Stiftung Warentest mitverantwortet. Soll heißen: Gerd weiß, was er tut. Gemeinsam mit Rainald Keller, der über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Design und Innovation hat, entwickelte er den HY5 TT, um die Kindersitzbranche zu revolutionieren. Kein Wunder also, dass wir und sicherlich auch die nachfolger hervorragende Testergebnisse für den HY5 erwarteten. Doch es kam anders.

Der HY5 scheitert an der Schadstoffprüfung

© ADAC // Kindersitztest 2018

Der erste Blick auf das Testergebnis verrät es bereits: Der nachfolger HY5 hat den Kindersitztest 2018 nicht bestanden. Stiftung Warentest fand erhöhte Naphtalin-Werte. 

Das Bundesamt für Risikobewertung hält Naphtalin für potentiell krebserregend, es ist als Kanzerogen der Kategorie 2 („kann vermutlich Krebs erzeugen“) eingestuft. Laut nachfolger liegt der gefundene Naphtalin-Wert bei 1,4 ppm. Damit liegt dieser Wert um 0,4 ppm höher als der Grenzwert von Stiftung Warentest, die die Grenze bei 1,0 ppm zieht. Allerdings ist der Wert zeitgleich auch 0,6 ppm niedriger als der, den die strengste ÖKO TEX 100-Kategorie für Babytextilien fordert. 

Naphtalin kann sich zudem in gewissem Maß in der Luft verflüchtigen. Mehr dazu können Sie auch hier nachlesen: Cybex zu den Schadstoffen in der Babyschale Aton 4

Dazu kommt: nachfolger prüft alle Stoffe in der Produktion und im Lager in Deutschland regelmäßig und hat bis jetzt keine Schadstoffe über den Grenzen von Stiftung Warentest gefunden. Der Hersteller geht deshalb von einer Querkontamination außerhalb seiner Produktion und außerhalb des eigenen Lagers aus. 

Nachfolger wird den Schadstofffunden gemeinsam mit Stiftung Warentest auf den Grund gehen und bittet alle Eltern, die den Sitz bereits gekauft haben, den Bezug (vor Gebrauch) zu waschen. 

Offizielles Statement von nachfolger zu den Schadstoffen: 

„Wir prüfen die Stoffe in der Produktion und in unserem Lager in Deutschland mit unterschiedlichen anerkannten Labors und haben bis jetzt keine Schadstoffe über den Grenzwerten der STIWA gefunden. Deswegen gehen wir von einer sogenannten Querkontamination aus, d.h. im Anschluss der Auslieferung an Händler und Onlineshops muss es zur Verunreinigung gekommen sein. Wir werden gemeinsam mit der STIWA die Ergebnisse und die genommenen Proben analysieren und unsere Auslieferungskette genau unter die Lupe nehmen um den Sachverhalt aufzuklären. 

Aber wichtig ist auch: Der gefundene Wert in der Höhe von 1,4 ppm liegt nach wir vor noch deutlich unter 2,0 ppm, der strengsten Kategorie von ÖKO TEX 100 Anhang 6+7, somit deutlich unter den Grenzwerten von Textilien für Babys! Eltern, die bereits einen Sitz erworben haben, können den Bezug wie in der Anleitung beschrieben vor Gebrauch waschen und somit unbesorgt sein, da dann in jedem Fall auch die Grenzwerte der STIWA unterschritten werden.“

Quelle: Fanpage nachfolger.com vom 23.10.2018

Wir werden selbst auch noch einmal mit Stiftung Warentest über das Ergebnis und auch darüber, wo genau diese Schadstoffe gefunden wurden, sprechen und danach eine Stellungnahme ergänzen. 

Die Sicherheitsergebnisse des nachfolger HY5 

nachfolger HY5 TT auf der Rückbank

Die Schadstoffe sind die eine Seite, das Testergebnis in der Unfallsicherheit die andere. In der Sicherheit erhielt der nachfolger HY5 insgesamt eine 2,8. Den Seitenaufpralltest bestand der HY5 mit einer 1,7, Ihr Kind wird bei einem Seitencrash gut von diesem Kindersitz geschützt. 

Erstaunlich für einen Reboarder: Den Frontalaufpralltest besteht der HY5 TT lediglich mit einer 3,3. Diese Teilnote ist für einen reinen Reboardkindersitz ungewöhnlich schlecht, weswegen wir Herrn Ratzek, den Leiter des ADAC-Kindersitztests, dazu befragt haben. 

Das sagt der ADAC: 

Der Testleiter erklärte uns, dass der HY5 im Frontalcrash an sich gute Werte bekam, der ADAC die Sicherheitswertung aber um eine Notenstufe nach unten anpassen musste, weil der Kopf des Q3-Dummies durch seine recht hohe Vorverlagerung beim Crash mit dem metallenen Toptetherbügel, der sich an der Rückenlehne des HY5 befindet, in Kontakt kommt. Er empfehle deshalb einen möglichst großen Abstand zwischen dem Kopf des Kindes und dem Toptetherbügel. Optimalerweise sollten Eltern den HY5 TT auf dem Beifahrersitz (Airbag aus!) nutzen, wo der Toptethergurt nicht benötigt wird. 

Unsere Nachfrage bei nachfolger

Wir haben natürlich auch den Hersteller zu den Testwerten und der Abwertung befragt. Gerd Mitter hat sich uns gegenüber und auch auf Facebook zum Crashszenario aus seiner Sicht geäußert und auch seine eigenen Erkenntnisse aus diversen Vortests des HY5 geschildert. Kurz erklärt, interpretieren das Testinstitut und der Hersteller einen Druckwert im Nacken des Dummies unterschiedlich.

Trotzdem nimmt nachfolger das Testergebnis und auch die Schadstoffproblematik natürlich sehr ernst und kündigte auch uns gegenüber Optimierungen des HY5 TT an.  

Unsere Empfehlung: 

Wir haben mit Herrn Ratzek vom ADAC und auch mit Gerd Mitter von nachfolger jeweils längere Gespräche geführt. Trotzdem trauen wir uns an dieser Stelle keine eigene Bewertung zu. Wir möchten Ihnen deshalb raten, den HY5 grundsätzlich auf dem Beifahrersitz zu installieren. Dort wird der Kindersitz ohne Toptethergurt installiert, so dass kein Kontakt zwischen dem Kopf des Kindes und dem Gurt oder Bügel stattfinden kann. 

"Natürlich nehmen wir die Ergebnisse sehr ernst und werden weiterhin an Optimierungen arbeiten, um bei den nächsten Tests erneut dabei zu sein."
Logo Kindersitzhersteller HY5
Gerd Mitter
Gründer und Geschäftsführer von nachfolger

Gruppe 2/3-Folgesitze im Kindersitztest 2018

© Quelle: ÖAMTC (Kindersitztest Herbst 2018)

Neben den Babyschalen und den Kindersitzen für Kinder bis ca. 4 Jahre überprüfte der ADAC auch wieder einige Folgesitze, die bis zum Ende der Kindersitzzeit verwendet werden können. 

Da wir das rückwärtsgerichtete Fahren bis mindestens zum 4. Geburtstag empfehlen, enthielt der Kindersitztest im Herbst 2018 nur einen für uns interessanten Kindersitz, den Cybex Solution S-Fix

Cybex Solution S-Fix im Kindersitztest

Dieser Kindersitz der Gruppe 2/3 kann im Anschluss an den Reboarder verwendet werden, wenn Ihr Kind mindestens 15 kg wiegt und verständig genug ist, sich nicht aus dem Gurt zu winden, denn in diesem Folgesitz wird der kleine Passagier nur noch mit dem Erwachsenen-Autogurt angeschnallt. Wir empfehlen, den Kindersitz frühestens ab dem 4. Geburtstag zu benutzen.  

Mit einer 2,1 im Frontalaufpralltest und einer 1,3 im Seitencrashtest erreichte der Solution S-Fix für einen Folgesitz überdurchschnittlich gute Werte. Als einzige (!) Schwäche dieses Kindersitzes bemängelt der ÖAMTC, dass das Entfernen des Bezugs „etwas aufwendig“ ist. 

Wenn der Cybex Solution S-Fix gut zu Ihrem Kind und in Ihr Auto passt, kaufen Sie auf jeden Fall einen Folgesitz mit guten Sicherheitswerten. 

Auch getestet wurden die gruppenübergreifenden Kindersitze Nania i-Max SP Isofix (Gr. I/II/III) und Cybex Pallas S-Fix (Gr. I/II/III). Der Pallas, in Kindersitzgruppe 1 von 9 bis 18 kg mit Fangtisch ausgestattet, erreichte nur durchschnittliche Ergebnisse beim Frontalcrash (Note: 2,6) der Nania-Kindersitz mit der Frontalcrashnote 3,0 schlechtere. 

Interessant zu wissen: Der Cybex Pallas S-Fix kann in den Solution S-Fix umgebaut werden. Sie können deshalb anhand der ADAC-Tabelle gut erkennen, dass der Pallas in Gruppe 2/3 deutlich bessere Sicherheitswerte erhielt als in Gruppe 1. 

Kindersitzpflicht

Schon gewusst?
Die Kindersitzpflicht endet in Deutschland, wenn Ihr Kind die Größe von 150 cm erreicht hat oder - auch wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter an diesem Tag noch kleiner als 150 cm sind - am 12. Geburtstag. Bis dahin benötigt Ihr Kind gemäß § 21 StVO immer einen Kindersitz
Unsere Empfehlung: Nutzen Sie auch darüber hinaus einen Folgesitz für Ihr Kind, wenn der Gurtverlauf ohne Sitz noch nicht optimal ist!

"Wir empfehlen Ihnen, bis zum Ende der Kindersitzpflicht einen Kindersitz mit Rückenlehne zu nutzen, da Ihr Kind in einem solchen viel besser geschützt wird als auf einer einfachen Erhöhung. Diese kann bei einem Unfall unter dem Po des Kindes wegrutschen. Außerdem fehlen bei einem reinen Sitzkissen die Kopfstütze und die Seitenwangen des Sitzes und damit der für Kinder besonders wichtige Seitenaufprallschutz!"
Berni Team Familie Bär Kindersitze Berlin
Bernadette Wolff
Kindersitzberaterin bei Familie Bär

Unser Fazit zum ADAC Kindersitztest 2018

Das Kindersitztest im Herbst 2018 war wieder einmal sehr spannend für uns. 

Wir freuen uns besonders über die erneut guten Testergebnisse der Britax-Römer-Babyschale Baby-Safe² i-Size und das gute Abschließen der Reboarder Swingfix beziehungsweise Dualfix M i-Size. Auch der Cybex Solution S-Fix überzeugt in der Kategorie der Folgesitze.

Ein wenig unglücklich stimmt uns das Ergebnis des nachfolger HY5 TT. Nach unserem Gespräch mit Gerd Mitter sind wir uns allerdings sicher, dass die nachfolger zurückkommen werden und – vielleicht schon mit den Ergebnissen im nächsten Test – den Kindersitzmarkt revolutionieren werden. Wir drücken die Daumen!

Kerstin

Kerstin

Onlinemarketingmanagerin bei Familie Bär
Kerstin ist der Onlinemarketingbär im Team von Familie Bär. Sie schreibt leidenschaftlich gerne Texte und hält mit fünf zeitgleich rückwärts fahrenden (eigenen) Kindern im selben Auto den inoffiziellen Rekord unter den Reboardeltern.

Als Mama von zwei Mädchen und fünf Jungs, von denen der Älteste bereits im Jahr 2010 in einem Reboardkindersitz saß, verfügt sie über reichlich Kindersitzfachwissen, das sie in ihren Blogartikeln gerne mit anderen teilt.
Kerstin

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