Kindersitztest von ADAC, ÖAMTC, TCS, Stiftung Warentest

Der Kindersitztest von Stiftung Warentest und ADAC, ÖAMTC und TCS: Was wird bei den Tests geprüft? Und welche Kindersitze sind wirklich gut?

Uns ist es wichtig, dass jedes Kind in jedem Alter sicher im Auto mitfährt. Deshalb verkaufen wir in unserem Kindersitzgeschäft in Berlin ausnahmslos Kindersitze, von denen wir überzeugt sind. Wir stehen in regelmäßigem und sehr gutem Kontakt zu den Kindersitzherstellern, aber auch zu Institutionen wie dem ADAC oder dem TÜV Rheinland.

Der überwiegende Teil der Sitze in unserem Kindersitzsortiment besteht aus Babyschalen, Reboardern und Folgesitzen der Kindersitzgruppe 2/3, die in der Vergangenheit bereits von einem oder mehreren Testinstituten geprüft wurden.

Neben dem VTI in Schweden, der den anspruchsvollen schwedischen Plus-Test durchführt, testen auch unsere Automobilclubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz regelmäßig Kindersitze auf ihre Sicherheitsaspekte, ihre Handhabung, Bedienung und Ergonomie. In diesem Zusammenhang untersucht auch Stiftung Warentest jeden getesteten Kindersitz auf Schadstoffe. 

Die Testergebnisse der letzten Kindersitztests von Stiftung Warentest und dem ADAC können Sie hier nachlesen:

Der Kindersitztest, ein Gemeinschaftsprojekt

Quelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik.

Der ADAC-Kindersitztest ist seit vielen Jahren der wichtigste Crashtest für Kindersitze in Europa. Die Ergebnisse des Kindersitztests werden zweimal im Jahr, jeweils im Mai und im Oktober, veröffentlicht.

Der Kindersitztest ist ein Gemeinschaftsprojekt des deutschen ADAC, des österreichischen ÖAMTC, des Touring Club Schweiz (TCS) und der Stiftung Warentest.  Die Ergebnisse, die Sie bei diesen Instituten finden, sind alle identisch, sie werden lediglich in unterschiedlicher Form aufbereitet. 

Der gemeinsame Kindersitztest der Länder findet bereits seit dem Jahr 2003 statt. Seitdem wurden Testdurchführung und -methodik regelmäßig an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Ergebnisse des Kindersitztests sind nur innerhalb bestimmter Zeiträume miteinander vergleichbar. 

Direkt miteinander vergleichen können Sie die Testurteile der Sitze innerhalb der Zeiträume zwischen 2007 und 2010, zwischen 2011 und 2014 sowie die Ergebnisse ab 2015 bis heute. Es gibt keine Umrechnungsformel, um Kindersitze, die in zwei unterschiedlichen Zeitspannen nach verschiedenen Methoden getestet wurden, vergleichen zu können. 

Wenn ein Kindersitz im Jahr 2013 ein „Gut“ bekam, bedeutet das nicht automatisch, dass er auch heute noch mit einem guten Urteil aus dem Test kommen würde. Aus diesem Grund crasht der ADAC in seinen aktuellen Tests immer wieder auch ältere Kindersitzmodelle, – auch solche, die in der Vergangenheit bereits getestet wurden. So findet der Automobilclub heraus, ob Kindersitze, die seit vielen Jahren unverändert verkauft werden, noch mit dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik mithalten können. 

Das wird beim Kindersitztest gemacht

Beim Kindersitztest werden alle getesteten Kindersitze in verschiedenen Disziplinen untersucht. 

1. Tests zur Unfallsicherheit des Kindersitzes

Der Crashtest, der beim ADAC in Landsberg bei München durchgeführt wird, besteht aus zwei Teilen, einem Frontalaufpralltest mit 64 km/h und einem Seitencrashtest
 

64 km/h beim Frontcrash– das klingt erst einmal wenig, ist allerdings ziemlich genau die Geschwindigkeit, mit der Ihr Fahrzeug auf eine Mauer trifft, wenn Sie 50 Meter vor diesem Hindernis bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h eine Vollbremsung einleiten. 

Seit 2015 wird für den Seitenaufpralltest ein neuer Versuchsaufbau genutzt. Die Autokarosserie wird dabei quer auf dem Prüfschlitten installiert. Beim Aufprall wird eine Eindringung der Tür in Anlehnung an die Richtlinien der neuen Kindersitznorm UN ECE 129 simuliert.

Aufbau Frontalaufpralltest

Testkarosserie Kindersitztest 2018 ADAC

Aufbau Seitenaufpralltest

Seitencrash Testaufbau ADAC Kindersitztest

2. Tests zu Handhabung, Bedienung und Ergonomie eines Kindersitzes

Während der ADAC die Sitze auf ihre Sicherheit hin testet, prüfen die Österreicher (ÖAMTC) und die Schweizer (TCS) die Bedienung der Kindersitze und ihre Ergonomie. Interessant zu wissen: Bei dieser Gelegenheit finden auch Einbautests statt. Die Kindersitze werden dabei auch von Laien in das Auto eingebaut. Diese werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine von ihnen erhält eine Bedienungsanleitung zum Sitz, die andere nicht. Tatsächlich dürfen neben Dummies auch echte Kinder in den jeweiligen Sitzen probesitzen – außer beim Crashtest, aber das versteht sich von selbst.

3. Schadstoffprüfungen beim Kindersitztest 

Am Ende kommt noch Stiftung Warentest ins Spiel. Die Stiftung beauftragt externe Labore, um die textilen Anteile des Kindersitzes, die mit der Haut der Kinder in Berührung kommen können, auf diverse Schadstoffe zu testen. Hierzu werden der Bezug, die Gurtpolster und andere Stoffteile am Kindersitz genau untersucht. Die abschließende Bewertung des Schadstofftests nimmt wieder Stiftung Warentest vor. Die Untersuchung auf Schadstoffe wird erst seit dem Testjahr 2011 durchgeführt. 

So errechnet der ADAC das Testergebnis eines Kindersitzes

Was viele Eltern nicht wissen: Der ADAC testet bei seinem Kindersitztest nicht nur die Sicherheit eines Kindersitzes. Die Noten in diesem Bereich fließen tatsächlich sogar nur zu 50% in die Endnote des Sitzes ein. 

Mit 40% spielt auch die Bedienung der Babyschale, des Reboarders oder Kindersitzes eine große Rolle bei der Beurteilung. Wer weiß, dass jedes zweite Kind im Auto nicht richtig gesichert ist, versteht besser, warum insbesondere die Fehlbedienungsgefahr, im Fachjargon Misuse genannt, immer wieder zur Abwertung eines sonst guten Kindersitzes führt. 

Denn der beste Kindersitz auf dem Markt kann Ihr Kind nicht optimal schützen, wenn Sie den Sitz oder Ihr Kind nicht richtig sichern. 

Mit 10% Anteil am Gesamtergebnis spielen die Ergonomie und der Komfort eines Sitzes eine untergeordnete Rolle beim Kindersitztest, werden aber dennoch auf den Prüfstand gestellt. 

rückwärtsgerichtete Kindersitze Beratung Familie Bär
Ist der Einbau des Sitzes ein Kinderspiel oder stellt er Eltern auf eine besondere Geduldprobe? Auch das spielt beim Kindersitztest eine Rolle.

Das ADAC-Testergebnis: Sicherheit ist nur halb so wichtig

Unser Titel ist natürlich leicht provokant formuliert. Tatsächlich ist es aber so, dass beim Kindersitztest nicht alleine Sicherheitsaspekte in die Bewertung eines Kindersitzes einfließen. 

Die Note eines Kindersitzes berechnet sich aus 3 Einzelnoten. In Die Wertung zählen:

  1. Die Note im Bereich der Unfallsicherheit: Diese fließt zu 50% in die Wertung ein.
  2. Die Note im Bereich Bedienung: Die Handhabung des Sitzes macht 40% der Endnote aus. 
  3. Die Note im Bereich Ergonomie: Ein Kindersitz muss auch bequem sein. Deshalb wird auch dieser Bereich zu 10% in die Wertung eingerechnet. 

So berechnet sich die Note eines Sitzes:

Sicherheit
50%
Bedienung
40%
Ergonomie
10%
Schadstoffe
können zur Abwertung führen

Eine Kindersitznote - viele Einzelbewertungen

Die Note, die ein Kindersitz im ADAC-Test bekommt, errechnet sich aus drei Einzelwertungen. Während die Sicherheitsnote, das Ergebnis der Bedienungstests und das Ergonomieurteil direkt in das Endergebnis einfließen, führen Schadstoffe zur Abwertung des Ergebnisses oder gegebenenfalls auch sofort dazu, dass ein Kindersitz den Test nicht besteht. 

Wenn Sie auf die kleinen Pfeilchen vor den Bereichen klicken, können Sie zu jedem Testbereich weitere Details nachlesen: 

Kindersitztest aufblasbarer Kindersitz
© ADAC Kindersitztest 2018, Bildquelle: ADAC

Die Note im Bereich Sicherheit setzt sich aus vier Teilnoten zusammen, die unterschiedlich gewichtet in die Endwertung einfließen:

  • Schutz beim Frontalaufprall (40%)
  • Schutz beim Seitenaufprall (40%)
  • Gurtverlauf (10%)
  • Standfestigkeit des Kindersitzes auf dem Autositz (10%)

Bewertungen bei den Crashtests

Die Noten beim Frontal- und Seitencrash sind jeweils die schlechtesten, die der Kindersitz in irgendeiner Fahrtrichtung (vorwärts oder rückwärts), irgendeiner Sitzposition (liegend oder aufrecht) und irgendeiner Kindersitzgruppe mit irgendeinem Dummy (Q1, Q1,5, Q3, Q6, Q10) erreicht hat. In welcher Einbauvariante mit welchem Dummy und in welcher Sitzposition die Crashnote erreicht wurde, ist aus der Tabelle nicht ersichtlich.
 
  • Beispiele:
    Eine nach i-Size zugelassene Babyschale für Babys zwischen z. B. 45 und 83 cm wird beim Frontalaufpralltest immer mit dem größtmöglichen Dummy (Q 1,5) getestet und zwar in der aufrechtesten Sitz- und in der flachsten Liegeposition.
  • Ein Folgesitz der Gruppe 2/3 wird – da er vorwärtsgerichtet installiert wird – mit den Dummies Q3, Q6 und Q10 geprüft. Außerdem, sofern vorhanden, in der Sitz- und Liegeposition. Wenn der Sitz nicht nur mit dem Fahrzeuggurt befestigt werden kann, sondern auch zusätzlich an den Isofixhaken verankert, wird der Test in allen möglichen Varianten mit allen möglichen Dummies gefahren.
  • Besonders kompliziert ist es bei Kombinationskindersitzen, die sowohl rückwärts als auch vorwärts in das Auto eingebaut werden können und mehrere Kindersitzgruppen abdecken. Solche Sitze werden rückwärts liegend und aufrecht mit dem größtmöglichen Dummy und in Fahrtrichtung ebenso wieder mit allen Dummies der Einzelgruppen, für die der Kindersitz zugelassen ist, gecrasht. 
Wenn ein Kindersitz mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen und/oder Einbauarten (vorwärts, rückwärts, mit Gurt, mit Isofix usw.) abdeckt, werden diese alle getrennt getestet. Für die Bewertung wird das schlechteste Ergebnis, das in einem einzelnen Test erzielt wurde, herangezogen.

Der Endverbraucher erfährt nicht, in welcher Sitzkategorie und mit welchem Dummy der Sitz so abgeschnitten hat. Das ist einerseits nachvollziehbar, schließlich muss oder sollte ein Kindersitz den kleinen Passagier in allen Kindersitzgruppen gut schützen können, andererseits für Sie als Eltern, die Sie einen Kindersitz vielleicht sowieso nur rückwärts benutzen, obwohl er auch vorwärts installiert werden kann, ziemlich unbefriedigend. 

Wir als Händler fragen die Rückwärtswerte einzelner Kindersitze regelmäßig beim ADAC ab, um uns ein umfassendes Bild von den Sitzen machen zu können, wünschen uns aber für die Zukunft, dass auch die Einzelnoten veröffentlicht werden. Wir hoffen, dass die Änderung spätestens im Jahr 2020 kommt, wenn die Methodik bzw. Prüfkriterien beim Test wieder angepasst werden.

 

Kindersitztest Messungen
© ADAC / Uwe Rattay

Welche Werte bestimmt der ADAC beim Crashtest?

Neben den Nackenbelastungswerten misst der ADAC auch die Vorverlagerung des Kopfes (stößt der Kopf des Kindes bei einem Unfall am Vordersitz an?), mit dem HIC-Wert die Wahrscheinlichkeit einer Kopf- bzw. Gehirnverletzung, die Beschleunigung des Kopfes und der Brust oder zum Beispiel auch den Druck des Gurtes auf den Oberkörper des Dummys bzw. Kindes. 

Außerdem nehmen diverse Sensoren am Kopf, Genick und im Bauchraum weitere Messwerte, die in die Sicherheitswertung einfließen. Gemessen wird sowohl in der Vorverlagerungsphase als auch in der Rückprallphase, beim sogenannten Rebound. 
 
Wenn sich der Kindersitz von der Basistation löst,die Sitzschale bricht, der Gurtkontakt am Hals oder Abdomen zu stark ist oder sich Gurte am Kind  oder Sitz öffnen, werden die Kindersitze abgewertet oder bestehen – je nach Ausmaß und Umfang des Problems – den Test nicht.
 

Der Gurtverlauf des Kindersitzes

Auch der Gurtverlauf eines Kindersitzes fließt in die Sicherheitsbewertung ein.

Die Kollegen des ÖAMTC nutzen für diesen Test keine normalen Dummies, sondern spezielle Handhabungsdummies, die unterschiedlich gebaut sind. So findet das Testinstitut heraus, wie der Gurt im Kindersitz bei besonders kleinen oder großen, schmalen oder kräftigen Kindern verläuft und ob zum Beispiel die verschiedenen Höhenverstellungsstufen des Kindersitzes ausreichend sind und alle Gruppen abdecken, in denen der Sitz zugelassen ist.

Die Standfestigkeit des Sitzes auf dem Fahrzeugsitz

Es wird beim Kindersitztest auch geprüft, wie stabil ein Kindersitz auf dem Autositz steht, schließlich soll das Kindersicherungssystem fest installiert werden können und darf auch bei einer Kurvenfahrt nicht umfallen

Insgesamt drei Experten beurteilen den Gurtverlauf und die Standfestigkeit eines Sitzes gemeinsam.

Die Bedienung eines Kindersitzes fließt zu 40 % in die Endnote ein. Das heißt, die Handhabung eines Sitzes ist im Kindersitztest fast genauso wichtig wie der Sicherheitsaspekt.

Auch die Bewertung in der Bedienung setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen:

  • Fehlbedienungsgefahr / Misuse (40%)
  • Anschnallen des Kindes (20%)
  • Sitzeinbau (20%)
  • Sitzumbau und Größenanpassung (10%)
  • Bedienungsanleitung (8%)
  • Reinigung / Verarbeitung (2%)
Dass die Handhabung des Kindersitz so viel Raum in der Endbewertung eines Kindersicherungssystems einnimmt, hat einen ernsten Hintergrund.
 
Quelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik.

Misue bei Kindersitzen – Die Gefahr der Fehlbedienung

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) stellt seit Jahren regelmäßig fest, dass viele Kinder – obwohl sie in einem Autokindersitz sitzen – nicht richtig gesichert werden. Auch in der letzten Studie zur Fehlbedienung kam die UDV leider wieder auf eine Misuse-Quote von 48%. Das heißt: Fast jedes zweite Kind sitzt allein deshalb nicht sicher im Auto, weil die Eltern das Kinderrückhaltesystem falsch bedienen. Häufige Fehler dabei: Oftmals wird der Kindersitz nicht korrekt eingebaut und das Kind oder der Sitz werden viel zu locker angeschnallt.
 
 
Dieser sogenannte Misuse kann lebensgefährliche Folgen haben. Aus diesem Grund ist es den Testinstituten besonders wichtig, dass auch dieser Faktor in die Note einfließt. Der beste Kindersitz hilft niemandem, wenn der, der ihn bedienen muss, mit der Handhabung überfordert ist, weil sie viel zu kompliziert ist.
 
Aus diesem Grund setzt der ÖAMTC für den Fehlbedienungstest nicht nur drei Experten, sondern auch vier Laientester ein, die die Kindersitze mit und ohne Bedienungsanleitung einbauen müssen.
 
Wir zeigen unseren Kunden deshalb bei einer Kindersitzberatung grundsätzlich auch, wie der jeweilige Kindersitz eingebaut wird und was Eltern sonst noch beachten müssen, um ihr Kind sicher zu transportieren.
 

Sitzeinbau, -umbau, Größenanpassung des Kindersitzes, Anleitung und Reinigung

Wie einfach ein Sitz umgebaut werden kann und die Größenanpassung der Sitze werden wieder von drei Mitarbeitern des ÖAMTC beurteilt. Die Babyschalen, Reboarder und anderen Kindersitze werden in drei verschiedene Fahrzeuge eingebaut, um den Einbau unter verschiedenen Gegebenheiten beurteilen zu können.
Quelle: ÖAMTC/Markus Zahradnik

Ein Kindersitz muss bequem sein, deshalb fließt auch die Ergonomie der Sitze in die Endnote ein.

Dabei prüfen drei Experten gemeinsam mit echten Kindern und Dummies, wie viel Raum ein Kindersitz im Auto benötigt (Platzbedarf), wie die Beinauflage des Kindersitzes ist und ob die Polsterung der Babyschalen, Reboarder und Folgesitze bequem ist. Die Kollegen des ÖAMTC nutzen für diesen Test keine Crash-Dummies, sondern spezielle Handhabungsdummies, die unterschiedlich gebaut sind.

So findet das Testinstitut heraus, wie der Gurt im Kindersitz bei besonders kleinen oder großen, schmalen oder kräftigen Kindern verläuft und ob zum Beispiel die verschiedenen Höhenverstellungsstufen des Kindersitzes ausreichend sind und alle Gruppen abdecken, in denen der Sitz zugelassen ist.

Auch die Sichtverhältnisse aus dem Kindersitz heraus werden untersucht, dabei sowohl die Sicht aus dem Auto heraus als auch die Frage, ob die Kinder ihre Eltern sehen können. Im Auto prüfen die Tester auch die Sitzposition der Kinder, beispielweise den Winkel der Rückenlehne oder die Beinfreiheit im Kindersitz.

Für diesen Test nutzt der ÖAMTC drei verschiedene Fahrzeuge: Den Ford C-Max, einen VW Golf VII und einen Opel Adam.

Seit dem Jahr 2011 werden beim Kindersitztest auch alle textilen Teile der Kindersitze auf Schadstoffe untersucht. Stiftung Warentest beauftragt dazu externe Labore, die die Bezüge, Gurtpolster und anderen Stoffe, die mit der Kinderhaut in Berührung kommen, auf polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalate (Weichmacher), Formaldehyd, Flammschutzmittel und phenolische Verbindungen testet. 

Ab einer Note von 3,6 im Schadstofftest wertet Stiftung Warentest das Gesamturteil eines Kindersitzes ab. Ist das Schadstoffurteil „mangelhaft“, so bekommt der betroffene Autokindersitz auch im Gesamtergebnis eine mangelhafte Bewertung. 

Einzelne Ergebnisse in den Teilbereichen führen zu Abwertungen des Ergebnisses in diesem Teilbereich oder auch im Gesamturteil. Wir wollen auszugsweise nur einige davon benennen, den Rest können Sie bei Stiftung Warentest oder auch beim ADAC (Reiter Methodik und Hintergrund / Testverfahren ab 2015) nachlesen. 

Abwertungsgründe im Kindersitztest: 

  • Ein mangelhaftes Urteil im Bereich der Unfallsicherheit, der Schadstoffe oder der Handhabung führt dazu, dass auch das Gesamturteil des Autokindersitzes nicht mehr besser als mangelhaft sein kann. 
  • Eine mangelhafte Note im Seiten- oder Frontalaufpralltest hat zur Folge, dass die Note im Bereich Unfallsicherheit nicht besser als mangelhaft sein kann. 
  • Eine mangelhafte Note im Bereich der Fehlbedienungsgefahr, beim Anschnallen des Kindes oder auch beim Einbau des Sitzes wirkt sich direkt auf die Note im Teilbereich Bedienung aus. 

Fragen und Antworten zum ADAC-Crashtest für Kindersitze

Wie läuft der ADAC-Kindersitzcrashtest eigentlich ab? Wie findet das Testinstitut heraus, ob ein Kindersitz auch wirklich sicher ist? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten auf Ihre Fragen: 

Wie werden die Kindersitze ausgewählt, die in den Test kommen?

Vielleicht fragen Sie sich, warum ein bestimmter Kindersitz in diesem Jahr nicht getestet wurde und wie die Institute überhaupt auswählen, welche Babyschalen, Reboarder und Kindersitze im nächsten Kindersitztest dabei sein werden.

Die Auswahl der Sitze im Test wird ca. ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung der Ergebnisse vorgenommen. Ein Teil der Kindersitze wird von verschiedenen europäischen Partnerinstituten vorgeschlagen, ein anderer Teil wird bewusst ausgewählt, weil ein Kindersitz besonders innovativ ist wie z. B. der Maxi-Cosi Axissfix Air als erster Kindersitz mit integriertem Airbag, der BeSafe iZi Flex Fix i-Size als erster Kindersitz nach der neuen Kindersitznorm 129-02 oder der nachfolger HY5 als aufblasbarer Reboardkindersitz.

Der ADAC kauft alle Kindersitze, je ca. 10 Sitze pro Testmodell, anonym im Handel, üblicherweise bewusst in unterschiedlichen Geschäften.

Mit welchem Fahrzeug testet der ADAC?

Für den Frontalaufpralltest nutzte der ADAC bis zum Jahr 2011 die Karosserie des Opel Astra. Zwischen 2011 und 2014 wurde mit einem Golf VI gecrasht. Seit 2015 testet der ADAC Kindersitze mit einem Schlitten, auf den die Karosserie des Golf VII montiert ist. Die Kindersitze werden auf der Rückbank eingebaut, davor befinden sich keine Vordersitze. Beim Seitenaufpralltest wird mit einem speziellen Versuchsaufbau eine auf den Kindersitz eindringende Fahrzeugtüre simuliert.

Mit welchen Dummies testet der ADAC Kindersitze?

In den Kindersitzen sitzen sogenannte Q-Dummies. Diese sind mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die die Belastungen auf den kindlichen Körper messen. Diese Sensoren befinden sich zum Beispiel im Nacken, am Kopf, an der Brust oder auch im Bauchraum des Dummys.

Die Q-Dummies sind kleinen und großen Menschenkindern nachempfunden. Die Zahl nach dem Q bezieht sich auf das Alter des entsprechenden Kindes. Mit 3,45 kg Gewicht ist der Q0-Dummy die leichteste Puppe. Sie hat eine Sitzhöhe von 35,5 cm. Q3, der zum Beispiel die neuen i-Size-Reboarder, die bis 105 cm zugelassen sind, testen darf, ist 14,6 kg schwer, 98,5 cm groß und im Sitzen 54,4 cm hoch.

Wie viele Tests fährt der ADAC pro Kindersitz?

Grundsätzlich crasht das Testinstitut alle Kindersitze in all ihren möglichen Einbauvarianten und Größenklassen.

Bei vorwärtsgerichteten gruppenübergreifenden Kindersitzen, z. B. der Gruppe I/II/III, testet der ADAC den Kindersitz mit dem jeweils größten Dummy der Einzelgruppe. Bei rückwärtsgerichteten gruppenübergreifenden Sitzen wird der Sitz beim Crash lediglich mit dem größtmöglichen für den Sitz in Frage kommenden Dummy getestet, da bei kleineren Dummys laut ADAC in der Regel keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden können. Kindersitze, die in beide Fahrtrichtungen befestigt werden können, werden rückwärts mit dem größten für den Kindersitz zugelassenen Dummy getestet, vorwärts dagegen in allen Einzelgruppen. Außerdem werden die Kindersitze in liegender und aufrechter Sitzposition gecrasht und Messwerte bestimmt.

Für die Wertung in der Sicherheit zählt immer und nur das schlechteste Ergebnis, das in einem einzelnen Test erzielt wurde.

Der Hintergrund dazu ist, dass die Testinstitute davon ausgehen, dass Eltern ihren Kindersitz im Zweifelsfall in allen Varianten und Größenklassen benutzen und deshalb ein Bild vom schlechtesten Prüfergebnis haben müssen. Als Mindestschutzpotential beschreibt der ADAC diese Bewertung. Grundsätzlich, wie wir finden, die richtige Vorgehensweise, für diejenigen Eltern allerdings, die beispielsweise einen Reboardkindersitz trotz Vorwärtsfunktion bis zum Ende der Nutzungsdauer rein rückwärtsgerichtet verwenden wollen, ziemlich unglücklich, da das Testergebnis für ihre - in der Regel viel sicherere - Einbauvariante nichts aussagt.

Eine kompetente Kindersitzberatung im Fachhandel ist wichtig

Die Kindersitzberatung – für das Plus an Kindersicherheit

Bei einer Beratung in einem Kindersitz-Fachgeschäft finden Sie gemeinsam mit Ihrem Händler den Kindersitz, der Ihr Kind auch wirklich gut schützt – und das muss nicht zwangsläufig der Testsieger sein. 

Denn nur, wenn Kind, Sitz und Auto zusammenpassen, kann der Kindersitz so gut auf Ihren Sohn oder Ihre Tochter aufpassen, wie Sie es als Eltern außerhalb des Autos tun.

Vertrauen Sie auf unserer Erfahrung als Kindersitzberater in Berlin und legen Sie den Schutz Ihres Kindes vertrauensvoll in unsere Hände. Wir finden gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind den Sitz, der optimal passt, bequem ist UND Ihr Kind auf jeder Autofahrt sicher schützt.  

Verschiedene Kindersitze mit Kind testen

Schmal, breit, kurz oder lang – Kindersitze sind so unterschiedlich proportioniert wie unsere Kinder. Viele Eltern bestellen den Testsieger im Internet und stellen beim ersten Einbau in ihr Fahrzeug oder manchmal auch erst einige Zeit später fest, dass der Kindersitz nicht zu ihrem Kind oder dem Familienauto passt. Das Baby hat in der Schale keinen Halt, der Reboarder passt zwar ins Auto, Papa aber nicht mehr und der Folgesitz sieht zwar hübsch aus, der Gurtverlauf passt aber weder unten noch oben. 

Beim Probesitzen im Kindersitzfachgeschäft wird schnell klar, welcher Kindersitz besonders gut zu Ihrem Nachwuchs passt. Nutzen Sie diese Möglichkeit und besuchen Sie ein Fachgeschäft für Kindersitze, damit Ihr Kind immer sicher im Auto mitfährt. 

Ein Probeeinbau des Kindersitzes in das Auto bringt Klarheit

Viel Platz, wenig Raum, Staufächer im Fahrzeugboden, unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten. 

Ein kurzer Blick ins Auto genügt Ihrem erfahrenen Kindersitzfachhändler meist, um zu wissen, auf welchen Sitzplätzen im Auto Sie einen Kindersitz unterbringen dürfen und welcher Kindersitz so gut in Ihr Auto passt, dass auch Mama, Papa und das Geschwisterkind noch Platz finden. 

Beim Probeeinbau des Kindersitzes in Ihr Fahrzeug vergewissern wir uns, dass auch die weiteren Insassen bequem und sicher mitfahren können und zeigen Ihnen schon einmal die wichtigsten Kniffe beim Einbau Ihres Sitzes. 

"Kaufen Sie einen Kindersitz niemals nur wegen seines guten Ergebnisses in einem Kindersitztest. Ein Autokindersitz kann Ihren Nachwuchs nur dann gut schützen, wenn er optimal zu Ihrem Kind und in Ihr Auto passt. Lassen Sie sich deshalb vor einem Kauf am besten in einem Fachgeschäft beraten!"
Kindersitzberater Berlin Sarah Behrendt
Sarah Behrendt
Geschäftsführerin bei Familie Bär

Kerstin

Onlinemarketingmanagerin bei Familie Bär
Kerstin ist der Onlinemarketingbär im Team von Familie Bär. Sie schreibt leidenschaftlich gerne Texte und hält mit sechs zeitgleich rückwärts fahrenden (eigenen) Kindern im selben Auto den inoffiziellen Rekord unter den Reboardeltern.

Als Mama von zwei Mädchen und fünf Jungs, von denen der Älteste bereits im Jahr 2010 in einem Reboardkindersitz saß, verfügt sie über reichlich Kindersitzfachwissen, das sie in ihren Blogartikeln gerne mit anderen teilt.

Kerstin liebt es, Dinge zu hinterfragen und ist deshalb unter anderem für unsere Analysen zum ADAC Kindersitztest zuständig. Wenn sie nicht gerade mit dem ADAC telefoniert, setzt sie sich dafür ein, dass auch Playmobilmännchen in den ersten vier Lebensjahren rückwärts fahren.
Kerstin

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