Wir stellen vor: Das Kindersitzsystem von Avionaut

Auf der „Kind und Jugend“-Messe in Köln sehen wir uns natürlich nicht nur die Neuheiten der Hersteller an, deren Babyschalen, Reboarder und Kindersitze wir bereits in unserem Sortiment haben, sondern halten immer auch Ausschau nach Ausstellern, die wir noch nicht so gut oder gar nicht kennen. Einer davon ist Avionaut, ein polnischer Kindersitzhersteller – von dem hatten wir bereits in der Vergangenheit einiges gehört, hatten uns die Sitze aber bis zur Messe im September noch nicht angesehen.

Was wir vorher schon von Avionaut wussten: Die Babyschale Ultralite erhielt im Kindersitztest von ADAC und ÖAMTC im Mai 2018 gute Sicherheitsnoten (Note 1,3 beim Frontalaufprall, Note 1,8 im Teilbereich Sicherheit) und sorgte damit für eine positive Überraschung. Überschattet wurde das Testergebnis allerdings vom Schadstofftest von Stiftung Warentest, denn dabei wurde TCPP, ein Flammschutzmittel, gefunden. Wir haben den Hersteller dazu befragt und uns außerdem seine neuen Kindersitze zeigen lassen.

Avionaut Pixel und AeroFIX RWF

Das Highlight am Stand von Avionaut: Eine mannshohe Babyschale! Sarah ließ es sich natürlich nicht nehmen, in der Schale probezuliegen, aber sehen Sie selbst:

Vielleicht wundern Sie sich jetzt über den rechten Winkel in der Schale: Dieser befindet sich tatsächlich nicht nur im Modell, sondern auch in der echten Babyschale, der Avionaut Pixel. Wir erklären Ihnen im Folgenden, warum.

Die Babyschale Avionaut Pixel

Die Avionaut Pixel ist eine i-Size-Babyschale für Kinder zwischen 40 und 86 cm bzw. bis zu einem maximalen Körpergewicht von 13 Kilogramm. Die Babyschale ist mit nur 2,5 kg Gewicht sehr leicht.

Sie kann – ebenso wie die Kindersitze AeroFix und AeroFix RWF – auf die Isofixbasisstation IQ Base geklickt werden. Wahlweise kann die Schale auch ohne Base mit dem Autogurt befestigt werden.

Dabei hat die Avionaut Pixel einen ganz speziellen Sitzkeil, Sie sehen das auch deutlich auf den Bildern. Das Inlet ist wie eine Treppe gestaltet und hat einen rechten Winkel im Po- und im Kniebereich. Im Inneren des Keils befinden sich mehrere Schaumstoffpolster, die entnommen werden können, wenn Ihr Baby mehr Platz benötigt. Auch das komplette Inlet kann aus der Schale herausgenommen werden.

Der Keil wurde gemeinsam mit Medizinern und Technikern bewusst so gestaltet wie er ist und bietet einige Vorteile gegenüber anderen Systemen:

  • Die Sauerstoffsättigung im Sitz steigt: Die Atmung bereitet insbesondere Frühchen und jungen Babys oftmals Probleme. Mit dem Inlet der Pixel sollen Atemprobleme auf ein Minimum reduziert werden.
  • Die Sitzposition in der Schale verteilt die Kräfte, die bei einem Unfall stehen, anders und besser als in einer Schale, in der Ihr Baby flacher liegt. Der Körper reagiert optimaler auf die Energie und wird besser geschützt.
  • Der Druck auf Bauch und Oberkörper des Babys ist niedriger als in einer echten Liegeposition. Dies ist besonders bei Reflux-Kindern ein großer Vorteil.

Dabei sitzt bzw. liegt das Baby dennoch ergonomisch in der Schale, denn der Schwerpunkt seines Körpergewichts wird großflächig über den Rücken verteilt. und lastet nicht alleine auf der Wirbelsäule.

Wir finden: Ein spannendes und innovatives Konzept!

Die Avionaut Pixel gibt es aktuell in sechs Farben. Die UVP liegt bei 199 €.

Der Reboarder Avionaut AeroFIX RWF

Neben der Babyschale haben wir am Stand von Avionaut auch noch einen tollen Kindersitz entdeckt: den Avionaut AeroFIX RWF.

Bei diesem Kindersitz handelt es sich um einen i-Size-Reboarder für Kinder von 67 bis 105 cm. Daneben produziert Avionaut diesen Kindersitz auch noch mit einer Vorwärtsfunktion ab 87 cm (Avionaut AeroFIX – ohne den Zusatz RWF). Da wir unseren Kunden und auch Ihnen empfehlen, Ihr Kind bis zum 4. Geburtstag und gerne auch darüber hinaus rückwärts zu transportieren, erwähnen wir dieses Modell nur am Rande.

Das geniale am AeroFIX RWF: Der Kindersitz hat ein Plustest-Siegel! Das heißt: Auch wenn der AeroFIX RWF noch nicht vom ADAC getestet wurde, hat er nicht nur bei seiner Zulassung, sondern auch bereits beim schwedischen Plustest unter Beweis gestellt, dass er den Kopf und den Nacken Ihres Kindes sehr gut schützen kann.

Der schwedische Plustest ist ein sehr anspruchsvoller Kindersitztest, den bislang nur reine Reboardkindersitze bestanden haben. Der Crashtest ist freiwillig. Das Siegel erhalten ausnahmslos Kindersitze, bei denen die Belastung auf das empfindliche Genick des Kindes besonders gering (unter 1.200 N) sind.

Der Avionaut AeroFIX kann ausnahmslos mit der IQ Base gemeinsam genutzt werden, das heißt, Sie benötigen Isofix für den Einbau des Reboarders. Die Basisstation ist mit einem Stützfuß ausgestattet, der die Unfallenergie von Ihrem Kind weg in den Fahrzeugboden ableitet. Der Kindersitz hat einen Überrollbügel, um Ihr Kind auch beim Rückprall gut zu schützen.

Für uns auf jeden Fall ein Kindersitzsystem, das wir uns näher ansehen werden!

Die UVP für den AeroFIX RWF liegt bei 258 € bzw. inklusive IQ Base bei 450 €.

In der Entwicklung: Ein gurtbarer Reboarder bis 25 kg Körpergewicht

Neben dem AeroFIX RWF, den wir ziemlich gut finden, konnten wir uns auf der Messe außerdem noch einen Prototypen ansehen.

Avionaut entwickelt aktuell einen Reboarder mit ECE 44/04-Zulassung, der für Kinder bis 25 kg bzw. bis zu einer Körpergröße von 125 cm rückwärts genutzt werden kann.

Das finden wir richtig klasse, da es tatsächlich nicht sooo viel Auswahl bei den lange nutzbaren Reboardkindersitzen gibt. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt!

Und die Schadstoffe?

Wir haben beim Hersteller wegen der Schadstoffe in der Ultralite-Babyschale nachgefragt. Tatsächlich wurde im Schadstofftest von Stiftung Warentest eine erhöhte Konzentration eines Flammschutzmittels gefunden. Avionaut hat uns den Hintergrund dazu erklärt: Um den Test durchzuführen, schreddert Stiftung Warentest alle Textilteile, die mit dem Kindersitz in Berührung kommen, zum Beispiel den Bezug, aber auch die Gurtpolster und alle anderen textilen Bestandteile des Sitzes.

Da der Bezug bei der Ultralite mit dem darunterliegenden Schaumpolster verklebt ist und nicht gelöst werden konnte, hat Stiftung Warentest auch das Polster mitgetestet, das mit dem Kind bzw. seiner Haut nicht in Berührung kommt. Die Schadstoffe kamen dabei aus dem Schaum und nicht aus der Oberseite des Bezugs.

Update November 2018: Da dem Hersteller genauso wichtig ist wie uns, dass der Bezug als Ganzes schadstofffrei ist, hat die Avionaut Pixel einen anderen Bezug als die Vorgängerschale. Der Bezug der Pixel ist laut Hersteller schadstofffrei, die verwendeten Stoffe sind aus Materialien mit Ökotex-Label gefertigt.

Avionaut Bildergalerie

Für das Auge haben wir Ihnen noch eine kleine Bildergalerie erstellt, in der Sie sich die Babyschale und den Reboardkindersitz noch einmal näher ansehen können:

 

Kerstin

Kerstin

Onlinemarketingmanagerin bei Familie Bär
Kerstin ist der Onlinemarketingbär im Team von Familie Bär. Sie schreibt leidenschaftlich gerne Texte und hält mit fünf zeitgleich rückwärts fahrenden (eigenen) Kindern im selben Auto den inoffiziellen Rekord unter den Reboardeltern.

Als Mama von zwei Mädchen und fünf Jungs, von denen der Älteste bereits im Jahr 2010 in einem Reboardkindersitz saß, verfügt sie über reichlich Kindersitzfachwissen, das sie in ihren Blogartikeln gerne mit anderen teilt.

Kerstin liebt es, Dinge zu hinterfragen und ist deshalb unter anderem für unsere Analysen zum ADAC Kindersitztest zuständig. Wenn sie nicht gerade mit dem ADAC telefoniert, setzt sie sich dafür ein, dass auch Playmobilmännchen in den ersten vier Lebensjahren rückwärts fahren.
Kerstin

2 Gedanken zu „Wir stellen vor: Das Kindersitzsystem von Avionaut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.