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Reboarder: Besonders sichere Kindersitze

Was ist ein Reboarder?

Ein Reboarder ist ein Kindersitz, der rückwärts in das Auto eingebaut wird. Streng genommen sind auch Babyschalen Reboarder, denn diese werden grundsätztlich entgegen der Fahrtrichtung im Auto montiert.

Reboarder haben einen großen Sicherheitsvorteil, denn die Kinder werden beim gefährlichen Frontalcrash zunächst mit dem Kopf und mit dem Oberkörper in die Sitzschale gedrückt. Dabei wird die Energie, die beim Unfall freigesetzt wird, großflächig über die Schale abgeleitet. Anders ist es bei einem Kindersitz, in dem das Kind nach vorne sieht. Im Vorwärtssitz liegt die hohe Belastung auf dem empfindlichen Genick des Kindes, die Gefahr schwerer Kopf- und Genickverletzungen ist deutlich höher. 

Reboarder: Länger rückwärts, länger sicher

Wussten Sie, dass es bis zu 7-mal sicherer ist, Ihr Kind rückwärts im Auto zu transportieren? Beim gefährlichen Frontalaufprall lastet die bei einem Unfall entstehende Energie bei einem Kind, das in Fahrtrichtung in seinem Kindersitz sitzt, hauptsächlich auf dem empfindlichen Genick. Ganz anders beim Reboarder: Dort wird die Kraft vollflächig von der Sitzschale aufgefangen und verteilt. Deshalb ist die Gefahr schwerer Kopf- und Nackenverletzungen im Reboarder viel geringer als in einem Vorwärtssitz.

Können Reboarder ab Geburt genutzt werden? 

Viele Reboardkindersitze sind ab der Geburt (z. B. ab 40 cm) zugelassen, allerdings sind nur die allerwenigsten dieser Kindersitze tatsächlich auch für ein Neugeborenes geeignet. Oft ist der Winkel dieser Kindersitze für sehr junge Babys zu steil oder die unterste Gurtstufe noch zu hoch. Auch sind viele dieser Kindersitze zwar mit einem Sitzverkleinerer für Neugeborene ausgestattet, in der Praxis gehen die Allerkleinsten in den großen Sitzschalen aber dennoch noch häufig unter. Nur sehr wenige Reboarder sind tatsächlich auch ab der Geburt geeignet, so zum Beispiel die Kindersitze BeSafe iZi Turn B und BeSafe iZi Twist B. Diese Kindersitze haben eine separate Sitzschale für die Allerkleinsten, in die viele Babys bereits ab der Geburt passen - ein Probesitzen im Sitz - entweder nach dem Online-Kauf oder bei einem Besuch im Geschäft - empfehlen wir jedoch auch bei diesen Kindersitzen. 

Reboardkindersitze mit Isofix oder Reboarder mit Gurtbefestigung? 

Reboarder sind Kindersitze, in denen Ihr Kind - wie schon in der Babyschale - entgegen der Fahrtrichtung, also rückwärts, im Auto mitfährt. Reboardkindersitze werden entweder mit dem Fahrzeuggurt oder mit Isofix im Auto befestigt.

Ein Stützfuß gibt zusätzliche Stabilität und leitet einen Teil der Kräfte, die bei einem Unfall auftreten, zum Fahrzeugboden hin ab. Manche Reboarder sind stattdessen mit einem Toptether-Gurt ausgestattet. Dieser verhindert ebenso wie der Stützfuß, dass der Kindersitz bei einer starken Bremsung oder einem Frontalaufprall "abtaucht". Je nach Befestigung gehören auch Spanngurte (= Befestigungsgurte zur Montage im Fußraum) zum Einbau eines Reboarders. Diese geben, genau wie der Stützfuß, zusätzliche Stabilität und verhindern darüber hinaus, dass der Reboarder im Falle eines Unfalls aufsteigt, also Richtung Rückenlehne des Autositzes klappt und Kind und Sitz beim Rebound gegen die Autositzlehne geschleudert werden. Die selbe Funktion hat auch der Überrollbügel bzw. die Anprallplatte des Reboarders. 

Deshalb ist Rückwärtsfahren für Kinder viel sicherer

Kleinkinder haben im Verhältnis zum Körper einen sehr großen Kopf. Dieser macht bei Babys zeitweise 25% des Körpergewichts aus, wobei die Wirbelsäule und die Nackenmuskulatur noch nicht so weit entwickelt und ausgeprägt sind, dass sie diesen schweren, großen Kopf im Falle eines Unfalls stützen oder gar halten können.

In einem vorwärtsgerichteten Kindersitz wird das Kind bei einem Frontalaufprall durch das interne Gurtsystem im Sitz gehalten, während der Kopf ruckartig extrem vorverlagert wird. Dadurch kommt es zu einer Dehnung bzw. Überdehnung des Rückenmarks, was schwere Verletzungen bis hin zur Querschnittslähmung oder einem Genickbruch zur Folge haben kann.

Wie schützt ein Reboarder beim Frontalaufprall?

Im Reboarder sitzt das Kind entgegen der Fahrtrichtung. Bei einem Frontalaufprall wird es dadurch zuerst mit Kopf und Körper großflächig in die Rückenlehne des Reboarders hineingedrückt, der es wie ein Schutzschild abfängt. Die auftretenden Kräfte werden so über den gesamten Oberkörper verteilt und der empfindliche Nacken- und Kopfbereich geschützt. Tests haben gezeigt, dass die Belastung auf den Nackenbereich in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz bis zu 7-mal größer ist als in einem Reboarder.

Ist ein Reboarder auch beim Heckaufprall sicher? 

Reboardkindersitze sind auch bei einem Auffahrunfall sicher. Warum dies so ist, können Sie in unserem Blogartikel nachgelesen: Reboarder beim Heckaufprall

Wie lange sollte ein Kind rückwärts im Auto mitfahren?

Grundsätzlich kann ein Kind so lange in einem Reboarder fahren, wie es in den Kindersitz passt und die aus der Zulassung resultierenden Maximalwerte von Größe und einem Maximalgewicht (bei nach i-Size zugelassenen Sitzen) oder Gewicht (bei nach ECE R44/04 zugelassenen Sitzen) nicht überschritten werden. Möglich ist das Rückwärtsfahren je nach Kindersitz ca. bis Oberteilgröße 128 bzw. einem Maximalgewicht von 36 kg. Wir empfehlen Ihnen dringend, Ihr Kind so lange wie möglich, mindestens aber bis zu einem Alter von 4 Jahren, rückwärts im Auto zu transportieren. Erst im Alter zwischen 3 Jahren und 5 Jahren beginnt sich das Verhältnis von Kopf zu Körper langsam an das eines Erwachsenen anzupassen. Auch die Entwicklung der Wirbelsäule und der Muskulatur sind dann schon weiter fortgeschritten.

Werden Reboardkindersitze getestet?

Reboarder werden wie jeder andere Kindersitz vor der Markteinführung im Zulassungstest geprüft. Dabei müssen sie - anders als ein Vorwärtssitz - auch einen Heckaufpralltest bestehen. Im Kindersitztest von Stiftung Warentest und ADAC werden Reboardautokindersitze seit vielen Jahren getestet und erreichen regelmäßig sehr gute Ergebnisse. 

Mit dem schwedischen Plustest des VTI gibt es zudem einen weiteren sehr anspruchsvollen Kindersitztest. Den Plustest konnten bislang ausnahmslos rückwärtsgerichtete Kindersitze bestehen. Warum dies so ist, können Sie in unserem Blogartikel zu diesem Thema nachlesen: Was passiert beim schwedischen Plustest?

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